Activision: Patent für Matchmaking-System aufgetaucht, das zu Ingame-Käufen verleiten soll

Luis Kümmeler

Aus einem Patent geht hervor, dass der Publisher Activision über ein neuartiges Matchmaking-System nachgedacht hat, das nur Befeuerung von Mikrotransaktionen konzipiert wurde. Spieler könnten demnach ganz gezielt in Multiplayer-Partien gesteckt werden, die durch diverse Aspekte zum Kauf von Bezahlinhalten motivieren könnten.

Sogenannte Lootboxen und Mikrotransaktionen werden aktuell wieder kontrovers diskutiert – wie nun bekannt wird, können besagte, ohnehin kritisierte Systeme aber potenziell noch wesentlich stärkere Auswirkungen insbesondere auf Multiplayer-Spiele haben, als bislang angenommen. Denn wie der Rollingstone berichtet, hat Activision bereits im Jahr 2015 ein Patent auf ein Matchmaking-System angemeldet, das dazu konzipiert wurde, Spieler noch stärker zum Kauf von Bezahlinhalten zu verleiten.

Der Gameplay-Trailer zu Activisions Destiny 2

Destiny 2 - Offizieller Gameplay-Trailer.

Laut der Patentbeschreibung im United States Patent and Trademark Office sollen Algorithmen verschiedenste Aspekte wie Latenz, Waffenpräferenzen und das Level von Spielern berücksichtigen, um gewisse Spielerkombinationen hervorzubringen. Diese wiederum sollen schließlich Mikrotransaktionen begünstigen. Ein Beispiel: Ein Neuling in Spiel X zeigt sich begeistert am Sniper-Gewehr. Nun steckt ihn das System in eine Multiplayer-Partie mit einem oder mehreren Veteranen, die bereits ein Ass am Scharfschützengewehr sind und beeindruckende Ausrüstung zur Schau stellen. Laut den Überlegungen Activisions könnte dies den Neuling zum Kauf besagter Ausrüstungsgegenstände im Ingame-Shop motivieren.

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Bungies Community-Manager David „deeJ“ Dague hat auf Twitter erklärt, dass ein solches System in Destiny 2 nicht zum Einsatz kommt – und auch Activision selbst versichert in einer Stellungname: „Dies war ein exploratives Patent, das im Jahr 2015 von einem unabhängigen Forschungs- und Entwicklungsteam eingereicht und nicht in einem Spiel implementiert wurde.“ Ob es dabei bleibt, ist fraglich.

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