Adblock Plus: Kassiert 30 Millionen von Google & Co. und zeigt Werbung wieder an

Martin Malischek 11

Einst war Adblock Plus das Non-plus-ultra, was Werbeblocker angeht. Natürlich lässt sich über die Nutzung eines Werbeblockers streiten, über die Vorgehensweise des Platzhirschen auf diesem Gebiet nicht. Dieser kassierte mehrere Millionen Dollar, damit die Werbung nicht geblockt wird.

Als ich einst von dem Vorhaben des Addons „Adblock Plus“ hörte, akzeptable Werbung anzeigen zu wollen, stimmte mich das positiv. Vor allem, weil Webseiten die täglich wertigen Content liefern, viel Geld durch die Lappen geht und damit Arbeitsplätze wackeln oder ein paar Mitarbeiter weniger beschäftigt werden können. Akzeptable Werbung, das sind Anzeigen, die keinen stören - textbasierte Werbung oder einfache Bilder ohne Animationen. Erst einmal vorab: In diesem Artikel geht es einzig und allein um den Werbeblocker, zu Werbung im Internet äußere ich mich in einem anderen Artikel nochmal gesondert.

Addons sollten tun was sie versprechen

Addons sollten das tun, was sie versprechen. Dazu gehört auch, zu seinen Grundsätzen zu stehen und die Geschäftspraxis nicht nach dem großen Erfolg zu ändern. Genau das ist bei der Browser-Erweiterung „Adblock Plus“ passiert: Die akzeptable Werbung, so wie sie die Eyeo GmbH (diese Gesellschaft steckt hinter dem Addon) nennt, ist nicht transparent zu definieren. Auch der Status lässt sich nicht einfach erwerben, sondern die Prüfung muss bezahlt werden. Wie mittlerweile bekannt ist, kann man sich ohne Probleme in diese Liste einkaufen. Dabei geht ein Teil der Werbeerlöse an die Entwickler des Addons. Gut, natürlich lässt sich die Anzeige akzeptabler Werbung jederzeit deaktivieren, dennoch hatte die Erweiterung dies schon ein paar Mal per Update rückgängig gemacht und die akzeptable Werbung erneut angezeigt.

Wie wird „nicht störende Werbung“ definiert?

Als nicht störende Werbung definiert der Dienst Anzeigen, die weder blinken, noch animiert sind. Am liebsten sind dem Dienst Textlinks, außerdem darf durch die Werbung kein Content der Webseite verdeckt werden. Auch großflächige Werbung verpönt der Dienst. Die „Über“-Seite des Tools erklärt, warum die Werbung nicht automatisch erkannt werden kann: Das sei technisch nicht möglich, außerdem möchte man das Internet verändern und dafür seien finanzielle Mittel notwendig.

Für den Fall, dass trotz der (bezahlten) Prüfung „versehentlich“ Werbung angezeigt wird, die nicht zu den akzeptablen Anzeigen zu gehören scheint, kann man diese melden. Die gemeldete Anzeige kann jederzeit wieder gesperrt werden. „Kann“ ist hier wohl auch das Stichwort: Einige Nutzer berichten über Werbung, die den Richtlinien widerspricht und die trotz mehrmaliger Hinweise nicht entfernt wurde.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wie viel die Kosten für das Freischalten von „nicht störender Werbung“ betragen.

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