Adobe Revel: Online-Fotoalbum für Gruppen mit integriertem Bild-Editor im Test

Oliver Janko

Adobe ist einer der ganz großen Software-Hersteller, dessen Produkte zu Recht als Referenz gelten für Bereiche wie Bildbearbeitung (Photoshop), Video-Editing (Premiere) sowie nervige Browser-Plugins, die Ressourcen fressen ohne Ende und immer abstürzen (Flash). Auf dem Smartphone-Sektor sieht sich der Konzern zahlreicher Konkurrenz gegenüber. Damit Adobe-Produkte auch mobil mehr Verbreitung finden, versorgt der Softwareriese den Play Store recht regelmäßig mit neuen Apps. Der aktuellste Streich: Adobe Revel, eine Art Online-Fotoalbum für die ganze Familie. Wir haben uns die App ein wenig näher angesehen und verraten, was sie so draufhat.

Adobe Revel: Online-Fotoalbum für Gruppen mit integriertem Bild-Editor im Test

Bevor der Nutzer die Anwendung allerdings auch verwenden kann, sind einige Anmeldeschritte vonnöten: Zuerst gilt es, sich zu identifizieren, wahlweise mit dem Facebook- beziehungsweise dem Google-Account oder mit einer – sofern vorhanden – Adobe ID. Damit aber nicht genug, das Datensammeln geht munter weiter: Nutzer müssen noch angeben, aus welchem Land sie stammen und abschließend die Nutzungserklärung als gelesen bestätigen. Ein recht langwieriger Auftakt, wir sind dahingehend von Adobe aber auch nichts anderes gewöhnt.

Was darf gezeigt werden?

Im nächsten Schritt geht es dann auf jeden Fall gleich richtig los: Wahlweise wird entschieden, ob automatisch alle am Smartphone gespeicherten Bilder in das virtuelle Speichermedium – genannt Library – geladen werden sollen oder ob doch nicht alle Aufnahmen für andere Augen bestimmt sind. Adobe lässt den Nutzer die zum Upload bestimmten Fotos auch manuell auswählen, was aber je nach Menge der auf dem Smartphone gespeicherten Bilder aber einige Zeit in Anspruch nehmen kann – vor allem, weil die Bilder zum Auswählen in einer einzigen Rasteransicht präsentiert werden und nicht etwa nach Ordnern unterteilt sind. Zu allem Überfluss überzeugte die App im Test auch nicht gerade mit flotten Ladezeiten, der Upload mutierte zur echten Geduldsprobe.

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Erst einteilen …

Irgendwann ist aber auch das überstanden, und dann kann endlich mit Revel gearbeitet werden. Zunächst gilt es, sich einen Überblick über die Fotos zu verschaffen. Am besten gelingt das, wenn man einige Alben erstellt und die Aufnahmen mittels Langdruck und anschließender Album-Auswahl zuweist. Mit einem langen Tap auf ein Bild geht aber noch mehr: Fotos lassen sich aus Revel heraus mit Gott und der Welt teilen, können aus dem Cloudspeicher komplett gelöscht oder zur weiteren Sicherung auch einfach noch einmal auf das physische Gerät heruntergeladen werden.

… dann mit Freunden teilen

Bis hierhin sind viele Funktionen zwar praktisch, aber keineswegs besonders. Ein wenig Abwechslung in das ansonsten unspektakuläre Angebot bringt die durchdachte „Sharing“-Funktion. In der linken Menüleiste finden Nutzer den „Create a New Library“-Button. Ein Tap darauf und schon kann eine neue Library erstellt werden, wieder wie eingangs bereits beschrieben mit allen gespeicherten Fotos oder optional nur mit ausgewählten Aufnahmen. Das Praktische: Die Ansammlung kann bequem mit Freunden und Verwandten geteilt werden. Dazu ist nur die Eingabe einer E-Mail-Adresse notwendig, außerdem braucht der Eingeladene natürlich ebenfalls die App. Dafür kann er oder sie dann recht rasch auf alle abgelegten Bilder zugreifen, diese gegebenenfalls downloaden, löschen und teilen. Eine recht praktische Funktion, die wohl vor allem im Familienverband und in Freundeskreisen Anklang finden wird.

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Daneben bietet Revel dann allerdings nur noch gängige Extras: Die Bilder können in einer Diashow betrachtet werden, favorisiert und mit einem Kommentar versehen werden. Sind mehrere Personen in der Library, ist die Nachricht auch für alle einsehbar – der Hintergrundgedanke ist wohl, eine Möglichkeit zu schaffen, um sich über die jeweiligen Bilder austauschen zu können. Ebenfalls erwähnenswert ist noch der durchaus umfangreiche Editor, mit dem Aufnahmen beschnitten, mit Effekten hinterlegt oder rote Augen entfernt werden können. Zudem ist hier auch eine coole Autoverbesserungs-Funktion an Bord, die auf Wunsch automatisch das Maximum bei einem jeden Bild herausholt.

Fazit

Adobe bietet auch bei dieser App gewohnt gute Qualität: Klar, keines der Features ist sonderlich spektakulär oder einzigartig, die Kopplung der Funktionen, verbunden mit der intuitiven Bedienung wusste im Test aber zu gefallen. Einziger Haken: Die Nutzung von Adobe Revel ist nur zu Beginn kostenlos, nach dreißig Tagen Testzeit fallen 5,99 US-Dollar monatlich für die Nutzung an. Wahlweise steht auch eine jährliche Option für 59,99 Dollar zur Auswahl. Ob die App den Preis wert ist, muss in letzter Instanz jeder für sich entscheiden, wir haben allerdings unsere Zweifel: Mit Dropbox, WhatsApp, Google+ und Co. gibt es jede Menge ähnlicher Alternativen, die allerdings kostenlos zur Verfügung stehen.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

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