Amazon-Chef Jeff Bezos nimmt den Mond ins Visier: Mit seiner Raumfahrtfirma Blue Origin will er den Erdtrabanten besiedeln und zum Industriestandort ausbauen. So will er die Erde verlassen und den Weltraum erobern.

Amazon-Chef plant Industrie auf dem Mond

„Wir werden diesen Planeten verlassen müssen. Wir werden ihn verlassen und das wird diesem Planeten gut tun“. Es sind klare Worte, die Amazon-Chef Jeff Bezos gegenüber GeekWire äußert, wenn er über die Erde spricht. Mit seiner Raumfahrtfirma Blue Origin will der reichste Mensch der Welt den Mond besiedeln, um anschließend mit sauberem Solarstrom eine Industrie aufzubauen und Produkte herzustellen.

Industrie auf dem Mond, Leben auf der Erde. Das ist die Vorstellung von Bezos, die er nach eigenen Angaben in den nächsten paar Jahrzehnten bis maximal 100 Jahren umsetzten möchte. Wenn man die Herstellung von Waren und Gütern auf den Mond verfrachtet, bleibe mehr Platz zum Leben auf der Erde. Das würde gleichzeitig einen enormen Anstieg der Lebensqualität bedeuten.

Mond-Dorf von Robotern errichtet

Erster Schritt auf seiner To-Do-Liste ist eine Rakete mit Forschungsequipment auf den Mond zu schicken. Damit sollen erst einmal die Vorraussetzungen geklärt werden: Wo ist ein passender Standort, welche Risiken gibt es? Kann der Industriestandort Mond überhaupt genutzt werden? Fünf Tonnen an Forschungsequipment braucht es dafür.

Anschließend soll mit dem Bau eines Mond-Dorfs begonnen werden. Roboter und Drohnen sollen mit Mondgestein Häuser und Fabriken bauen. Bezos möchte die NASA und ESA davon überzeugen, eine permanente Siedlung auf dem Mond zu errichten.

Bilderstrecke starten(19 Bilder)
Einkaufen bei Amazon: Diese 18 Tricks muss jeder kennen


Derzeit baut Blue Origin allerdings nur Raketen und Landekapseln. Für ein Dorf auf dem Mond müssten Fahrzeuge und Gebäude hergestellt werden. Bezos hofft daher auf die Unterstützung von staatlichen Organisationen. Doch selbst wenn er keine Hilfe bekommt, will er sein Projekt realisieren. Bezos betont immer wieder: „Wir werden all das alleine machen, wenn wir müssen.“ Erst kürzlich gab er bekannt, jährlich eine Milliarde US-Dollar in seine Raumfahrtfirma zu investieren.

Er könnte sich allerdings auch bei einem alten Freund melden:

Die größten Projekte von Elon Musk

Bezos will Projekt umsetzen, selbst wenn ihm das Geld ausgeht

Vielleicht könnte er sich auch mit Elon Musk zusammensetzen. Der Tesla-Boss verfolgt ein ähnliches Ziel, fasst jedoch den Mars für seine Pläne ins Auge. Bis eine komplette Infrastruktur auf dem Mond steht, dürfte es jedoch noch etwas dauern.

Bezos meint selbst: „Entweder werden andere meine Vision übernehmen oder mir geht irgendwann das Geld aus.“ Wobei Letzteres bei seinem derzeitigen Vermögen von 133 Milliarden US-Dollar auch einige Zeit dauern könnte.

Quelle: Engadget, Wired, GeekWire,

Johann Philipp
Johann Philipp, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?