Amazon Business: Die Eroberung eines deutschen 870-Milliarden-Euro-Marktes startet ab Dezember

Stefan Bubeck

Ab Dezember kommt „Amazon Business“ auch nach Deutschland und könnte damit den Beginn einer neuen Ära einläuten. Wir erklären euch, was sich dahinter verbirgt und wer davon bedroht wird.

Amazon Business: Die Eroberung eines deutschen 870-Milliarden-Euro-Marktes startet ab Dezember

Amazon ist die Nummer Eins im deutschen Onlinegeschäft. Dann gibt es da noch Otto, Zalando, Notebooksbilliger und wie sie alle heißen. Wenn man die Umsätze aller Onlinehändler zusammenrechnet, dann kommt man auf den Gesamtumsatz des deutschen E-Commerce im sogenannten Business-to-Consumer-Bereich: Das waren 2015 rund 40 Milliarden Euro. Das heißt also: Wenn Amazon (= Firma) ein beispielsweise neues Smartphone an dich (= Konsument) versendet, dann wird dies hier verrechnet. Ein riesiger Markt, könnte man meinen – aber dann hat man etwas Gewaltiges übersehen.

Gegen dieses Geschäftsfeld ist alles andere ein Witz

Es gibt nicht nur den Durchschnittsverbraucher, der zu Hause auf der Couch liegt und seine Schuhe oder sein Fahrrad online bestellt – es gibt auch noch Unternehmen. Versicherungen, Banken, Handwerksbetriebe, Dienstleister und Restaurants: Sie alle brauchen ständig Nachschub, zum Beispiel Elektronik, Industriegüter, Sanitär- oder Bürobedarf. Und wenn man das alles addiert, dann zeigt sich, wo die wirklichen Geschäfte gemacht werden: Im Jahr 2012 betrug der deutsche E-Commerce-Umsatz im Business-to-Business Bereich 870 Milliarden Euro. Wenn also dein Arbeitgeber (=Firma) neue Serverschränke beim Hersteller (=Firma) auf elektronischem Weg bestellt, dann wird das hier mit hinein gerechnet.

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Wachstum jenseits aller Vorstellungen möglich

„Elektronisch bestellt“ heißt aber nicht zwingend „im Onlineshop bestellt“: Im Geschäftsbereich haben sich schon seit Jahren Systeme etabliert, die den automatisierten Datenaustausch und somit auch die Bestellung von Waren und Dienstleistungen ermöglichen. Firma A kauft also direkt bei Firma B ein, der Auftrag wird per standardisiertem Datenformat erteilt – so läuft ein Großteil dieser Geschäfte. Nur ein Bruchteil wird über Onlineshops abgewickelt, wie wir sie aus dem Privatgebrauch kennen. Und dann gibt es da noch das gute alte Fax und den gedruckten Katalog. Wenn ein Handwerker in deiner Wohnung ein Waschbecken einbauen soll, dann bestellt er das wahrscheinlich per Telefon beim Großhändler. Genau das verschiebt sich seit einigen Jahren langsam in Richtung Onlineshop – und Amazon kommt, um seinen Anteil klarzumachen.

Der Champion greift an

Dass Amazon diesen riesigen Markt im Visier hat, das ist Experten schon seit Jahren klar. In den USA gibt es seit Mai 2015 Amazon Business und nun soll es im Dezember in Deutschland soweit sein – das hat die Rheinische Post aus dem Unternehmensumfeld erfahren. „Das Amazon-Prinzip wird im Grunde eins zu eins auf den B2B-Bereich übertragen, nur mit den Vorteilen des Großhandels à la Metro“ so einer der Informanten gegenüber der Zeitung. Die Plattform für Geschäftskunden werde noch vor Weihnachten an den Start gehen und wäre ein ernstzunehmender Angriff auf den deutschen Großhandel. Dieser beliefert derzeit noch deine Autowerkstatt mit Schraubenschlüsseln und das Eiscafé um die Ecke mit Pappbechern. Gut möglich, dass das nächstes Jahr dann Amazon übernimmt.

Quellen: RP Online, IFH

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