Amazon-Rückgabe: Neue Kosten und Regeln ab April 2017

Selim Baykara 3

Amazon ändert am 19. April 2017 die Regeln für das Zurückschicken von Artikeln und vereinheitlicht die Bedingungen unter denen Verkäufer Waren zurücknehmen. Kunden sollen somit von einem besseren Einkaufserlebnis profitieren, da sie nicht mehr prüfen müssen, bei wem sie ein Produkt erwerben. Experten sehen die anstehende Änderung allerdings höchst kritisch. 

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Wer bei Amazon bestellt, kauft nicht zwangsläufig auch bei Amazon — der Online-Händler vereint auf seiner Plattform zahlreiche Drittanbieter, die bislang eigene Regeln festlegten, wann sie einen Artikel bei der Retoure zurücknehmen. Genau das ändert sich jetzt: Wie das Fachportal Online-Händler-News berichtet, vereinheitlicht Amazon die Bedingungen ab dem 19. April 2017.

Amazon-Rückgabe: Gleiche Regeln für alle Verkäufer

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Die Rückgabebedingungen ändern sich für alle gewerblichen Händler, die ihre Artikel bis jetzt noch nicht mit Programm „Versand über Amazon“ verschicken. Ab sofort gelten für alle Verkäufer bei Amazon die folgenden Regeln:

  • Wenn Kunden ein gekauftes Produkt ohne Angabe eines Grundes zurücksenden wollen, können sie dies innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Produktes tun. Sie erhalten eine Erstattung in Höhe des Verkaufspreises.
  • Wenn ein Kunde einen Artikel mit einem Verkaufspreis von mehr als 40 EUR innerhalb von 14 Tagen zurücksendet, werden außerdem die Rücksendekosten erstattet.
  • Bei der Rücksendung von Schuhen, Bekleidung und Handtaschen innerhalb von 30 Tagen erhalten die Kunden eine Erstattung der Versandkosten für die Hin- sowie die Rücksendung, unabhängig vom Verkaufspreis, d.h., dass Retouren für solche Artikel immer kostenlos sind.
  • Produkte, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember versandt werden, können bis zum 31. Januar des folgenden Jahres zurückgesendet werden.

Für Händler, die den Versand bereits per Amazon abwickeln (Amazon-FBA-Programm), ändert sich also nichts – betroffen sind nur solche Anbieter, die Amazon noch nicht zum Verschicken nutzen. Für die Kunden soll der Rücksendeprozess erleichtert werden, da es jetzt keinen Unterschied mehr zwischen einzelnen Anbietern gibt. Allerdings gibt es auch Kritik an der Maßnahme, da die Verbraucherrechte eingeschränkt werden könnten.

Zum Thema: Amazon Rücksendung: So funktioniert die Retoure

Neue Rechtslage für Amazon-Kunden

Amazon empfiehlt Händlern zum 19. April, die individuellen Rückgabebedingungen anzupassen und einen Zusatz in Form einer individuellen Widerrufsbelehrung anzufügen. Aus Sicht der Experten von Online-Händler-News ist das juristisch als „fragwürdig“ zu bewerten, da die Formulierung unscharf ist und quasi eine vom Widerrufsrecht unabhängige Rücknahmegarantie darstellt. Dazu kommt, dass die Rechte der Verbraucher eingeschränkt werden könnten: Nach der neuen Regel müssten diese in Zukunft das Transportrisiko bei der Rücksendung tragen, außerdem würden die Kosten der Retoure bei einem vollständigen Widerruf nicht mehr erstattet.

Quelle: Online-Händler-News

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