Amazon: Streik wurde verlängert - kommen die Bestellungen pünktlich? (Updates)

Martin Malischek 9

Wie von der Arbeitnehmergewerkschaft ver.di gefordert, legten heute Mitarbeiter großer Amazon-Standorte ihre Arbeit nieder. Der US-Riese äußerte sich zu den Versandzeiten zum Weihnachtsgeschäft.

Amazon: Streik wurde verlängert - kommen die Bestellungen pünktlich? (Updates)
Bildquelle: The homepage of online retailer Amazon | shutterstock.

Originalmeldung vom 15. Dezember: Viele Mitarbeiter bei Versandhändlern kommen nicht in Logistik- sondern Einzelhandels-Gewerkschaften unter und werden entsprechend nach den Tarifverträgen des Einzelhandels bezahlt. Selbiges fordert ver.di von Amazon, doch der US-Riese in Sachen Online-Shopping gab bereits bekannt, nicht einlenken zu wollen.

ver.di setzt dreitägigen Amazon-Streik durch

Vor allem während der Weihnachtszeit möchte ver.di den Druck auf Amazon mit Streiks erhöhen. Der nun begonnene dreitägige Streik betrifft unter anderem den größten deutschen Amazon-Standort Bad Hersfeld. Dort legten die Mitarbeiter die Arbeit in der Spätschicht von Sonntag auf Montag nieder. Die bestreikten Standorte (ab der Frühschicht) im Überblick:

  • Bad Hersfeld
  • Leipzig
  • Graben
  • Rheinberg
  • Werne

Heiner Reimann, der Gewerkschaftssekretär von ver.di gab bekannt, die Streiks fortsetzen zu wollen bis „wir denken, dass ein gerechtes Niveau für die Mitarbeiter von Amazon erreicht ist“. Seit 2013 können sich die Gewerkschaft und der Versandhändler nicht einigen.

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Kommen Amazon-Bestellungen trotz Streik pünktlich?

Während ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger Verzögerungen beim Versand nicht ausschließt, versichert Amazon, dass die Bestellungen zum angegebenen Versanddatum eintreffen werden. Streiks seien Szenarien, auf die Amazon vorbereitet sei, betonte der Standortleiter von Bad Hersfeld.

Der Streik soll noch bis zur Frühschicht am Mittwochmorgen andauern. Übrigens gelten zum Weihnachtsgeschäft bei Amazon verlängerte Rückgabefristen, die Details könnt ihr im verlinkten Artikel nachlesen.

via heise

Meldung vom 16. Dezember: Amazon versichert verzögerungsfreie Lieferungen

Amazon versichert gegenüber uns, dass es „reibungslos in den Logistikzentren“ laufe. Weiter führt eine Pressesprecherin aus:

„Kunden gehen mit Amazon auf Nummer sicher in Sachen Weihnachtsgeschenke. Wir liefern zuverlässig. An den Streiks nimmt nur eine Minderheit der Mitarbeiter teil. Rund 19.000 Kollegen in Deutschland arbeiten regulär und sehr engagiert, um Kundenerwartungen zu erfüllen. Und mit europaweit 28 Logistikzentren in 7 Ländern stemmt Amazon auch die Spitzenbestelltage – selbstverständlich auch mit dem Amazon Prime Service.“

Ein Tarifvertrag mit ver.di würde nicht eingegangen, da die Beschäftigten mit Nebenleistungen wie Boni, Aktien, Zuschüsse zur Altersvorsorge und Gratis-Versicherungspaket ohne Probleme auf 2.000 Euro Brutto kämen. Dies sei gegenüber vergleichbaren Tätigkeiten die obere Verdienstspitze.

Außerdem seien an jedem deutschen Standort gewählte Betriebsräte vorhanden, die in engem Kontakt mit dem Management stehen.

Update: Erneuter Streik in der Weihnachtswoche & ver.di erleidet Pleite

In den Amazon-Standorten Bad Hersfeld und Leipzig wird auch am Sonntag gearbeitet. Wie allgemein bekannt setzt sich die Arbeitnehmergewerkschaft ver.di stark gegen Sonntagsarbeit ein und wollte so auch gegen diesen Umstand der beiden Amazon-Lager vorgehen. Vor Gericht scheiterte das Unterfangen jedoch, wohl mitunter, weil sich Mitarbeiter freiwillig zur Sonntagsarbeit gemeldet hätten.

Seit Samstag wurde die Arbeit ohnehin an vier Standorten niedergelegt und damit der bereits laufende Streik verlängert. Eigentlich wäre um 15:00 mit der Arbeitsniederlegung Schluss gewesen, doch ver.di verlängerte kurzfristig die Streiks. So wird nun bis zum Heiligabend um 15:00 Uhr. Bis zum 24. Dezember wird in folgenden Standorten gestreikt:

  • Bad Hersfeld
  • Leipzig
  • Graben
  • Rheinberg

Amazon: Bestellungen kommen pünktlich und Logistikzentren arbeiten reibungslos

Laut ver.di würden sich 2.400 Arbeitnehmer am Streik beteiligen, der US-Versandriese Amazon spricht von knapp 2.000. Der Konzern betonte bereits mehrfach, dass die Arbeitsniederlegung keinen Einfluss auf Bestellungen haben werde. Diese kämen nach wie vor pünktlich.

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