Amazon will weitere „Fire-Phones“ – aber nicht aus Eigenproduktion

Tuan Le 11

Amazon scheint aus dem Fire Phone-Disaster gelernt zu haben, den Smartphone-Markt aufgegeben hat der Versandhändler allerdings noch nicht: Einem Bericht zufolge möchte Amazon diverse Smartphone-Hersteller dazu bewegen, Geräte mit sehr enger Anbindung an die eigenen Dienste zu produzieren. Die Hardware-Entwicklung will man dabei aber gänzlich den Partnern überlassen.

Amazon will weitere „Fire-Phones“ – aber nicht aus Eigenproduktion

Wir erinnern uns (ungern): Mit dem Fire Phone wollte Amazon 2014 an den Erfolg der Fire Tablets anknüpfen und die Nutzer auch über das Smartphone enger an das eigene Ökosystem binden. Eine Vorzeigeplattform für Amazon Prime, Kindle und Co. wurde das Gerät allerdings nicht, denn der immens hohe Einführungspreis gepaart mit einer ziemlich unterwältigenden Hardware-Ausstattung sorgte dafür, dass das Fire Phone schon nach einigen Monaten zum Schleuderpreis von unter 100 Euro an die Kunden verteilt wurde.

Einem Bericht von The Information zufolge hat Amazon aus dem Intermezzo gelernt: Nach 170 Millionen US-Dollar Verlust und der Entlassung zahlreicher Mitarbeiter aus dem Hardware-Entwicklungs-Center geht der Konzern diesmal vorsichtiger an die Sache heran. Derzeit befindet sich Amazon angeblich in Verhandlungen mit verschiedenen Smartphone-Herstellern, bei denen die tiefe, über die bloße Installation von ein paar Amazon-App hinausgehende Integration der Amazon-Dienste im Smartphone diskutiert wird. Die Hardware-Entwicklung überlässt Amazon demnach komplett den Hardware-Partnern; diese sollen im Gegenzug die Amazon-Dienste eng in die Oberfläche ihrer Android-Smartphones einbinden.

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SAMSUNG CSC

Die Gretchenfrage ist natürlich, welcher Smartphone-Hersteller sich auf eine solche Zusammenarbeit mit Amazon einlassen wird. Dass große Konzerne wie LG, Sony oder gar Samsung sich hier einspannen lassen, erscheint abwegig: Das Mobile Device Distribution Agreement, dem die Smartphone-Hersteller für die Anbindung an die Google Play-Dienste zustimmen müssen, dürfte eine Einbindung des Amazon Ökosystems in Android schwierig bis unmöglich machen. Schließlich ist im Play Store nicht einmal der Amazon App Store aufzufinden, da Google das Anbieten von Apps, mit denen Applikationen kostenpflichtig erworben werden können, untersagt.

Es ist daher anzunehmen, dass sich höchstens eher unbekanntere Unternehmen für das Unterfangen einspannen lassen werden, wobei auch hier fraglich ist, welcher Smartphone-Hersteller im Android-Bereich einen Ausschluss von den Play Diensten in Kauf nehmen und stattdessen zum Beispiel gleich auf den Android-Fork Fire OS setzen würde. Ob Amazon mit einem etwaigen weiteren Fire-Smartphone also mehr Erfolg haben wird, bleibt daher mit möglichst niedrigen Erwartungen abzuwarten.

Quelle: The Information (Paywall) via Ars Technica

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