Irreführende Angebote: Weshalb ihr bei Amazon oft draufzahlt

Tuan Le 3

Amazon, unser Freund und Helfer, wenn der Gang zum Elektronikfachgeschäft (oder gar Supermarkt) schlicht und ergreifend zu anstrengend ist. Eine neue Untersuchung der Non-Profit-Organisation ProPublica hat jetzt allerdings festgestellt, dass Amazon die Kunden häufig mit kleinen Tricks dazu bringt, mehr zu bezahlen als eigentlich nötig wäre.

Irreführende Angebote: Weshalb ihr bei Amazon oft draufzahlt

Wenn Google das Monopol im Suchmaschinen-Business innehat, dann ist Amazon wohl als entsprechendes Pendant für den Online-Versandhandel zu nennen. Mittlerweile bestellen die Menschen so ziemlich fast alles bei Amazon und tatsächlich ist der Dienst ohne Zweifel ausgenommen praktisch: In den meisten Fällen kommt das Paket schon am nächsten Tag an, wer sich als Prime-Mitglied bezeichnen kann, darf sogar sicher damit rechnen, ohne zusätzliche Kosten bei jeder Bestellung erwarten zu müssen.

Wie sich nun allerdings herausstellt, scheint Amazon gerade Nicht-Prime-Mitglieder ein wenig auszutricksen. Laut ProPublica zeigt der Algorithmus dem Kunden bei der Suche nach bestimmten Produkten vorrangig Angebote in einer gesonderten, hervorgehobenen Box an, die entweder von Amazon selbst oder Händlern stammen, die den Versandhändler dafür bezahlt haben. Das ist gerade dann für den Kunden ärgerlich, wenn es eigentlich andere, deutlich günstigere Angebote gibt – die man aber nur bei genauerem Hinsehen weiter unten in der Liste entdeckt.

Amazon zeigt eigene Versandkosten nicht an

Noch fragwürdiger ist, dass – selbst wenn man kein Prime besitzt – die Versandkosten bei den Amazon-Angeboten nicht berücksichtigt werden. Sucht man dann nach dem günstigsten Preis, so wird einem häufig ein Angebot von Amazon angezeigt, obwohl Dritthändler (ohne Amazon-Versand) das Produkt eigentlich günstiger anbieten, wenn man kein Prime-Mitglied ist und daher ohnehin die Versandkosten separat bezahlen muss.

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Fazit: Amazon-Algorithmus ist nicht immer für den Kunden das Beste

Es handelt sich zwar für den einzelnen Kunden nur um eine Kleinigkeit – denn das richtige Angebot herauszufinden, bedarf nur minimal mehr Mühen – und gerade Prime-Mitgliedern dürften von den Problemen kaum betroffen sein. Vielmehr geht es hierbei aber um das Prinzip: Wenn große Konzerne wie Google und Amazon ihre Machtstellung dazu ausnutzen, um den Kunden zum eigenen Vorteil in die irre zu führen, sollte dies nicht ohne weiteres toleriert werden. Die EU-Kommission könnte daher bald eine Untersuchung starten, um die Praktiken des Onlinehandels näher unter die Lupe zu nehmen.

Quelle: Die ZEIT

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