Kartellbeschwerde: ProSiebenSat.1 ist Amazon Prime ein Dorn im Auge

Philipp Gombert 24

Amazon Prime beinhaltet bekanntlich nicht nur die Garantie auf eine besonders schnelle Lieferung – der Dienst gewährt über Prime Video auch den Zugriff auf eine Vielzahl verschiedener Video- und Musikinhalte. ProSiebenSat.1 vermutet hier ein unzulässiges Kopplungsangebot – und könnte die Trennung der beiden Services durchsetzen.

Kartellbeschwerde: ProSiebenSat.1 ist Amazon Prime ein Dorn im Auge

Der Konkurrenzkampf auf dem Markt der On-Demand-Angebote ist groß. Hierzulande ringen unter anderem Netflix, Amazon, Maxdome, Watchever und Sky um die Gunst der Kunden. Im Vergleich wird dabei recht schnell klar, dass man den mit Abstand niedrigsten Preis bei Amazon findet. Mit 49 Euro im Jahr werden im Monat nur ungefähr 4 Euro fällig — die Konkurrenz berechnet in der Regel das Doppelte oder gar mehr.

Genau genommen zahlt man bei Amazon jedoch nicht für den Streaming-Service, sondern für eine schnelle Lieferung. Filme, Serien und Musik bekommen Prime-Kunden als Zusatz obendrauf. ProSiebenSat.1 bezweifelt allerdings, dass es sich bei der Verbindung um ein legales Angebot handelt. Zwar habe der Maxdome-Betreiber noch keine offizielle Beschwerde eingelegt, berichtet das Handelsblatt – allerdings sei in naher Zukunft wohl fest damit zu rechnen. Beim Bundeskartellamt soll der TV-Konzern bereits angeklopft haben.

Das Ende von Amazon Video?

Sollte ProSiebenSat.1 tatsächlich klagen und sich damit durchsetzen können, muss Amazon natürlich Konsequenzen fürchten. Das Ende von Prime Video ist zwar unwahrscheinlich, allerdings wäre eine Trennung der einzelnen Angebote denkbar. Im schlimmsten Fall ist daher von höheren Preisen auszugehen.

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Amazon Prime: Weitere Inhalte geplant

Und während man bei ProSiebenSat.1 im bayerischen Unterföhring offenbar eine Kartellbeschwerde vorbereitet, arbeitet Amazon weiter am Ausbau des Prime-Angebots. Angeblich interessiert sich das Unternehmen für einen Erwerb bestimmter Bundesliga-Rechte ab der Saison 2017/2018. Demnach habe Amazon das Paket D und damit das Samstagabend-Spiel um 18:30 Uhr ins Auge gefasst. Mit einem entsprechenden Deal würde das Prime-Angebot vor allem für Fußballfans deutlich an Attraktivität gewinnen.

Der einzige Nachteil bei Amazon Prime bildet bislang die Kündigungsfrist von einem Jahr. Die Konkurrenz ermöglicht einen monatlichen Ausstieg. Allerdings arbeitet Amazon bereits an einer Lösung: In Amerika wurde ein neues Preismodell zu einem Monatsbeitrag von 8,99 US-Dollar angekündigt. Teurer als gewohnt — dennoch günstiger als das beliebteste Netflix-Angebot. Grundsätzlich besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass Amazon das besagte Modell auch auf weitere Länder ausweiten wird.

Quelle: Handelsblatt

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