ZDF-Magazin enthüllt: Amazon vernichtet täglich massenhaft Neuware – das steckt dahinter

Johann Philipp

Smartphones, Tablets, Kühlschränke und Möbel: Was passiert mit Produkten, die wir an Amazon zurückschicken? Die ZDF-Sendung Frontal 21 findet heraus: Sie landen teilweise im Müll. Was dahinter steckt und wie viel Geld das kostet.

ZDF-Magazin enthüllt: Amazon vernichtet täglich massenhaft Neuware – das steckt dahinter
Bildquelle: GIGA.

Amazon wirft Rücksendungen auf den Müll: Bis zu mehreren 10.000 Euro Kosten

Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 und der Wirtschaftswoche zeigen, dass Amazon Retouren und neuwertige Produkte teilweise einfach auf den Müll schmeißt. Interne Produktlisten, Fotos und Aussagen von Mitarbeitern sollen dieses Vorgehen belegen. Vor allem Großgeräte wie Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, aber auch Smartphones, Tablets, Matratzen und Möbel werden entsorgt.

Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie jeden Tag Waren im Wert von bis zu mehreren Zehntausend Euro vernichtet habe. Dabei gehe es nicht nur um defekte Geräte, sondern auch um funktionstüchtige, teilweise sogar neue Produkte, die auf dem Müll landen.

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Amazon gibt Entsorgung zu

Amazon streitet die Vernichtung von Waren nicht ab, erklärt gegenüber dem ZDF aber: „Das Unternehmen arbeitet jeden Tag an der Verbesserung von Prozessen, um so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen“. Weiter heißt es: „Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren weiterverwenden.“

Amazon hat in seinen Lagern nicht unendlich Platz. Jeden Tag kommen neue Waren hinzu. Auch für externe Anbieter soll der Onlinehändler unverkaufte Lagerbestände entsorgen. Der Wertverlust durch die Produkte scheint wohl geringer zu sein als die Kosten für die Lagerplätze.

Bei Retouren ist es zum Teil aufwendiger sie neu zu verpacken als einfach ein neues Produkt zu verschicken. Größtes Problem: Bei einem Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar allein in Deutschland dürften die Kosten dieser Methode gar nicht groß ins Gewicht fallen.

Greenpeace fordert Konsequenzen

Das Bundesumweltministerium und auch Greenpeace fordern Konsequenzen. Jochen Flasbarth spricht von einem Skandal. Er ist Staatssekretär im Bundesumweltministerium und ist überzeugt, dass „viele Verbraucher von einem solchen Verhalten schockiert sind und es auch nicht akzeptieren werden.“ Greenpeace geht noch einen Schritt weiter und fordert ein gesetzliches Vernichtungsverbot für funktionsfähige Ware. Solange es keine Regelungen gibt, wird sich an dem Vorgehen wohl vorerst nichts ändern.

Quelle: Frontal 21 – ZDF

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