Amazon-Drohne: Direktlieferung - Neue Infos, Videos und Bilder

Selim Baykara 2

Die Amazon-Drohne ist schon seit einigen Jahren im Gespräch: Mit der Drohne will der Online-Händler Amazon Artikel in Zukunft direkt per Hauslieferung an die Kundschaft verschicken. Bereits vor einiger Zeit erklärte Paul Misener, bei Amazon für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, wo Amazon mit seinem Drohnen-Programm steht und in Zukunft hinwill. Ein neu entdecktes Patent weist zudem auf ein fliegendes Warenhaus hin, vom dem die Drohnen in Zukunft starten sollen.

Amazon-Drohne: Direktlieferung - Neue Infos, Videos und Bilder

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Mit den aktuellen Prototypen der Amazon-Drohne, so Misener in einem Interview von 2016 können Artikel mit einem Gewicht von rund 5 Pfund transportiert werden – also ein Großteil der von Amazon verkauften Produkte. Der Amazon-Mann sieht die Drohnen dennoch nicht als Konkurrenz für klassische Auslieferer: Folgt man seinen Ausführungen, sind die Fluggeräte eher für dringende Kleinartikel gedacht, die auf diese Weise sogar schneller ankommen, als wenn man z.B. noch einmal ins Auto steigt und in den Laden fährt – immerhin soll die Lieferzeit gerade einmal 30 Minuten betragen.

Amazon-Drohne: Lieferung aus fliegenden Warenhäusern

Richtig spannend wird es aber, wenn man die neuesten Pläne von Amazon dazu nimmt. Die Idee klingt verrückt und genial gleichermaßen: Luftschiffe sollen als fliegende Warenlager über unseren Köpfen kreisen und als Heimatbasis fungieren, von der die Drohnen des Versandhändlers aus starten. Amazon will auf diese Weise möglichst viele Kunden erreichen und hat – vorerst nur in den USA – einen entsprechenden Patentantrag eingereicht.

Das geschah zwar bereits 2014, der Antrag wurde aber erst kürzlich von der New Yorker Tech-Analystin Zoe Leavitt entdeckt, die ihren Fund scherzhaft als „Todesstern des E-Commerce“ bezeichnete. Amazon selbst nennt das Konzept bislang „airborne fulfillment centers“ (in der Luft befindliche Erfüllungszentren), die Zeichnungen erinnern an ein Luftschiff bzw. einen Zeppelin. Offenbar soll das Warenlager 13 Kilometer über der Lieferregion schweben – also leicht oberhalb der Flughöhe von Passagierflugzeugen.

Der gesamte Bestellvorgang ist komplett automatisiert und soll computergesteuert ablaufen. So könnte die Lieferung von dem Luftschiff ungefähr verlaufen:

  1. Die Luftschiffe werden von Amazon über Gebieten mit großer Nachfrage positioniert. Der Kunde bestellt den gewünschten Artikel per Internet.
  2. Das Produkt wird anschließend umgehend zugestellt – die Drohne nutzt beim Sinkflug die Schwerkraft aus und benötigt insgesamt weniger Energie als für reine Boden-zu-Boden-Lieferungen.
  3. Nach erfolgter Lieferung steigen die Drohnen nicht wieder zum Luftschiff auf, sondern steuern stattdessen das nächstgelegene Logistikzentrum von Amazon an.

Für die Versorgung des schwebenden Warenhauses sollen kleinere Luftschiffe verantwortlich sein, die die Bestände auffüllen, die Amazon-Drohnen nach oben transportieren oder sich um die Energieversorgung kümmern. Denkbar wäre auch der Transport von Arbeitskräften in die fliegenden Lager, aufgrund der großen Höhe müssten die Räumlichkeiten dann aber als Druckkabine ausgelegt und klimatisiert sein. Tendenziell könnte Amazon aber auch komplett auf Roboter setzen – bereist 2012 kaufte der Versandhändler für 775 Millionen Dollar die US-Firma Kiva Systems für genau diesen Bedarf.

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Wann kommt die Amazon-Drohne?

Bei den Drohnen testet Amazon im Moment noch verschiedene Typen, die auf unterschiedliche Anforderungen zugeschnitten sind. Besonders wichtig sei hier das Klima – die Drohnen müssten immerhin in ganz unterschiedliche Gebiete, die teils sehr trocken und staubig sind, aber auch in solche mit hohem Niederschlag und großer Hitze. Beides sei nicht optimal für Geräte, die auf Kleinstelektronik basieren. Auch das Design ist offensichtlich noch nicht ganz fertig – Amazon ist Misener zufolge immer noch auf der Suche nach dem passenden Fluggerät für alle Gelegenheiten.

Wichtigste Frage ist natürlich: Wann kommen die Drohnen? Hier ist Misener zuversichtlich: Der Amazon-Mann ist überzeugt, dass die Regulierung sehr schnell stattfinden wird. Zu diesem Zweck hätte Amazon sich bereits mit Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt unterhalten und entsprechende Vorschläge eingebracht. Am 17. Dezember 2016 verschickte Amazon in einem symbolischen Akt aber bereits die erste Lieferung per Drohne. Der erste Flug von Amazon Prime Air fand im britischen Cambridge stat.

Schaut euch hier das Video zum Jungfernflug an:

amazon-prime-air-s-first-customer-delivery.mp4.

Die Bestellung wurde innerhalb von 13 Minuten an den Kunden ausgeliefert. In der Paketlieferung waren eine Fire-TV-Box und Popcorn enthalten, teilte Amazon mit. Die Drohne des Online-Versandhändlers setzte das Paket auf einer Landemarkierung im Garten des Bestellers ab und flog dann zurück.

Kommt bald auch das Amazon-Flugzeug?

Neben der Prime-Air-Drohne will Amazon seine Sendungen in Zukunft auch mit Flugzeugen ausliefern. In den USA wurde kürzlich das erste Flugzeug mit Amazon-Lackierung angemeldet. Die Maschine trägt die Kennzeichnung N1997A und wurde auf den passenden Namen Amazon One getauft.

amazon Prime Flugzeug

Bei dem Amazon-Flugzeug handelt es sich um eine ältere Boeing 767-300 (B763) in der Version für Frachtflüge. Für Amazon ist die Maschine keine schlechte Wahl: Der Großraumjet ist ein Langstreckenflugzeug und bei Frachtunternehmen relativ beliebt. Amazon hatte bereits Ende 2015 über den Ankauf von 20 Boeing 767 verhandelt – diese Zahl später aber auf 40 erhöht. Ziel ist es wohl Probleme und Schwierigkeiten beim Versand zu beheben – zu diesem Zweck möchte Amazon mit der eigenen Flotte unabhängiger von den bisherigen Logistikpartnern werden.  Die Flugzeuge sollen entsprechend ein eigenes Amazon-Logo bekommen und werden dann in den Einsatz geschickt – der genaue Zeitplan ist allerdings noch nicht bekannt.

Schaut euch hier das Video an: Vorstellung von Amazon One

Bislang hat Amazon für seine Maschinen allerdings keine eigenen Crews – der Onlinehändler kooperiert dazu mit dem Unternehmen Atlas Air, das auch für DHL im Einsatz ist. Zudem mietet Amazon die Flugzeuge auch nur und plant den Einsatz vorerst wohl auch nur in den USA.

Amazon-Drohne: Lieferung per Fluggerät

Von der Amazon-Drohne sind in den letzten Jahren immer mal wieder einige Bilder aufgetaucht. Ursprünglich hatte Amazon die Drohne 2013 unter dem Namen Amazon Prime Air angekündigt. Mit dem Science-Fiction-mäßigen Fluggerät sollen Lieferungen von Amazon künftig nicht mehr auf dem herkömmlichen Weg über einen Lieferanten, sondern direkt per Luftpost an die Kunden verschickt werden. Jetzt hat Amazon nachgelegt und ein Konzept-Video mit dem neuen Proto-Typen der Amazon-Drohne auf YouTube veröffentlicht.

Ihr könnt euch das Video mit der neuen Amazon-Drohne direkt bei uns anschauen:

amazon-prime-air-4242.mp4.

Amazon-Drohne: Das ist neu

Die neue Amazon-Prime-Air-Lieferdrohne ist ein gutes Stück größer als die Vorgänger-Modelle, außerdem ähnelt sie jetzt eher einem Mini-Flugzeug als einem „Octocopter“. Anstatt die Fracht wie bisher unter dem Rumpf zu transportieren, nimmt die Drohne die Pakete jetzt außerdem direkt in den Rumpf auf. Das grundlegende Prinzip ist aber noch das Gleiche: Wie bisher verfügt die Drohne über acht Rotoren – damit startet das Fluggerät vertikal auf eine Höhe von 120 Metern. Ein neunter Rotor, der zwischen den beiden Seitenrudern angebracht ist, sorgt dann für die Fortbewegung zum Ziel. An der Drohne selbst sind Sensoren befestigt, die andere Flugobjekte orten und einen Zusammenstoß vermeiden.

So funktioniert die Lieferung per Amazon-Drohne

Für das neue Video hat Amazon Jeremy Clarkson, den Ex-Moderator der BBC-Auto-Show Top Gear verpflichtet. In dem rund zweieinhalb-minütigen Clip erläutert Clarkson, wie die Lieferung per Amazon-Drohne funktionieren soll:

  • Das Ziel der Paket-Lieferung darf maximal 24 km vom Amazon-Lager entfernt liegen.
  • Kurz bevor die Drohne ankommt,  erhalten Amazon-Prime-Kunden auf der passenden Prime-Air-App eine Benachrichtigung, dass die Drohne demnächst die Lieferadresse erreichen wird.
  • Bei der Landung sucht die Drohne per eingebauter Kamera nach einer speziellen Matte mit einem Amazon-Logo und überprüft die Landezone anschließend auf etwaige Hindernisse.
  • Ist die Landezone sicher, setzt die Amazon-Drohne auf und gibt das Paket für den Kunden frei – danach begibt sie sich selbständig wieder auf den Rückweg.
  • Der komplette Vorgang soll nur etwa 30 Minuten in Anspruch nehmen.

Derzeit klingt das alles noch ein wenig wie Science-Fiction – man darf aber durchaus davon ausgehen, dass Amazon die Idee irgendwann umsetzt. Bereits jetzt gibt es die Same-Day Lieferung bzw. Amazon Prime Now, außerdem können Kunden mit Amazon Pantry inzwischen auch Lebensmittel bei Amazon bestellen. Unter dem Namen Amazon Books betreibt der Online-Riese sogar einen eigenen Buchladen – auch diese Ideen wurde lange vorher angekündigt und brauchten einige Zeit bis zur Verwirklichung.

Amazon Prime Air Logo

Wann fliegt die Amazon-Drohne in Deutschland?

Wann die Amazon-Drohne kommt, ist derzeit leider noch unklar. Auch gibt es noch keinen Zeitplan oder konkreten Pläne, dass die Amazon-Drohne im deutschen Markt eingeführt wird. Auf der Webseite Amazon Prime Air erklärt das Unternehmen nur, dass die Drohne „eines Tages“ zum Einsatz kommt, zudem arbeite man derzeit an über einem Dutzend verschiedener Proto-Typen der Amazon-Drohne. In den USA hatte es zunächst Probleme mit der Drohne gegeben, da die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) sehr strenge Auflagen für unbemannte Flugobjekte vorgibt. Nachdem Amazon die Tests zunächst nach Kanada verlagern wollte, konnten sich die Parteien im März 2015 aber einigen.

Bei uns lest ihr auch, wie ihr Artikel bei Amazon UK bestellen könnt.

Bildquellen: Amazon

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