Im ersten Teil unserer kleinen Geschichtsstunde betrachteten wir die ersten Schritte Apples auf dem Gebiet der Subnotebooks. Mit dem PowerBook Duo schuf der kalifornische Hersteller einen echter Klassiker dieser Sparte. Doch wie ging es danach weiter?

 

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Das letzte seiner Art: PowerBook 2400c

Mit der Einstellung des PowerBook Duo 2300c im Februar 1997 verabschiedete sich Apple nicht nur vom faszinierenden Konzept einer voll funktionsfähigen Dockingstation, auch verblieb die Position eines Subnotebooks generell unbesetzt in Apples Portfolio. Im Mai desselben Jahres beerbte das PowerBook 2400c diesen Platz.

Dieses Modell brachte anders als das Duo alle wesentlichen Anschlüsse direkt am Gerät mit, wie aber seine Vorgänger verzichtete es auf ein internes Laufwerk. Ein externes Floppy-Drive wurde zwar mitgeliefert, ein CD-ROM-Laufwerk indes gab es nicht mal gegen Aufpreis. Ein schwerer Fehler, denn schon die größeren PowerBook 3400c – die einige Monate zuvor eingeführt wurden – boten diese wichtige Option.

Wie schon beim PowerBook 100 überlies man die Fertigung des Mobilrechners einem Mittbewerber. IBM verstand sich nicht zuletzt Dank der berühmten ThinkPad-Serie auf das notwendige Handwerk. Doch war IBM zum damaligen Zeitpunkt Konkurrent und auch Partner zugleich. Zusammen mit Apple und Motorola bildete man die PowerPC-Allianz – Basis für das RISC-Design der Prozessoren, die bei Apple über eine Dekade zum Einsatz kamen.

Ein großer Erfolg war dem PowerBook 2400c nicht vergönnt, kein Jahr später im März 1998 flog das Subnotebook aus dem Programm. Allein der japanische Markt nahm das Modell mit Freude auf, so dass im Land der aufgehenden Sonne gar eine zweite, schnellere Variante erhältlich war.

Übrigens: Der Prozessor befand sich auf einer Tochter-Karte und konnte so ausgetauscht werden. Aufgrund dieser erfreulichen Tatsache gab es von zahlreichen Drittanbietern CPU-Upgrades, die den betagten PowerPC 603e durch einen G3-Prozessor ersetzen. Viele PowerBook 2400c konnten so auch noch Jahre später annähernd auf der Höhe der Zeit eingesetzt werden.

Die lange Durststrecke: 1998 bis 2003

So recht glaubte man die kommenden Jahre bei Apple nicht mehr an das Konzept eines Subnotebooks. Nach der Einstellung des PowerBook 2400c folgten eine Reihe von PowerBook G3 – allesamt gute und leistungsfähige Notebooks, nur eben nicht ultrakompakt. So schaute man als Mac-User schon mal neidisch zur Konkurrenz von Sony und Co, die nicht müde wurden eben jene Rechnerserien weiter anzubieten – leider halt mit Windows und nicht Mac OS.

Einen ersten Hoffnungsschimmer versprach die zweite Generation des iBook G3 im Mai 2001. Gegenüber dem größeren PowerBook G4 Titanium fiel der Rechner mit 12-Zoll-Display und integriertem optischen Laufwerk sehr kompakt aus. Ein waschechtes Subnotebook war aber auch das iBook G3 nicht, dafür war es immer noch zu schwer, klobig und mit dem G3-Prozessor zu schwachbrüstig. Somit war der Rechner für die meisten Anwender auf der Suche nach einem Mac-Subnotebook, nicht mehr als ein Kompromiss. Dem Erfolg des kleinen Books im eigentlichen Einstiegssegment schadete dies jedoch nicht.

Kultformat: 12 Zoll in Aluminium

Im Januar 2003 überraschte Apple mit zwei neuen Modellen der PowerBook-G4-Serie. Es gesellten sich hinzu eine größere 17-Zoll-Variante und ein sehr kompaktes 12-Zoll-Modell. Beide Versionen boten ein neues Gehäuse aus Aluminium. Die 15-Zoll-Standardvariante wurde erst einige Monate später diesem Design angepasst.

Das 12-Zoll-Modell entwickelte sich schnell zum Bestseller: Darauf warteten die Anwender. Endlich wieder ein kompakter und leistungsfähiger Mac. Zwar musste man auch beim 12-Zöller Verzicht üben – so bot es keine beleuchtete Tastatur und auch keinen Erweiterungssteckplatz – aber dem Erfolg stand dies nicht im Weg. Getrübt wurde dies erst ein Stück durch die Einführung des iBook G4. Die Performance zum PowerBook G4 in 12 Zoll war nun vergleichbar geworden, der Preis aufgrund der billigeren Fertigung jedoch ein ganzes Stück niedriger. Im Ergebnis gaben die Absatzzahlen des kleinsten PowerBooks nach.

Mit dem Wechsel auf die Intel-Plattform und die Einführung des MacBook Pro als PowerBook-Ersatz 2006, verschwand auch dieses Modell sang- und klanglos aus dem Apple-Portfolio. Apple brachte im Gegensatz zu den 15- und 17-Modellen kein Pendant mit Intel-Prozessor heraus. Wiederholt musste die Apple-Community ohne Subnotebook auskommen – Unmut über diese Entscheidung machte sich breit. Doch arbeitet man bei Apple schon insgeheim an der Wiedergeburt dieser Rechnerklasse.

MacBook Air: Gestern war heute

Wir schreiben den 15. Januar im Jahre 2008: Mit dem MacBook Air präsentiert der Apple-Chef Steve Jobs stolz das „dünnste Notebook der Welt“. Zwar hält diese Behauptung im Angesicht vergangener Modelle der Konkurrenz nicht ganz stand, dennoch äußert sich die Fachpresse begeistert über Apples neue Rechenflunder. Erstmals kann ein MacBook auf Wunsch auch mit einer SSD ausgestattet werden. Die Alternative zur Festplatte verspricht rasante Zugriffszeiten und enorme Robustheit. Kritisiert wird hingegen die Anschlussarmut des Luftikus. Das fehlende optische Laufwerk hingegen nimmt den aktuellen Trend vorweg.

Apple hat nun wieder ein echtes Subnotebook im Programm, die Kunden könnten zufrieden sein. Doch erst mit der zweiten Generation im Oktober stellt sich auch der wirtschaftliche Erfolg ein. Die Preise sinken, hinzu kommt noch ein zweites Modell mit 11-Zoll-Display – aus dem Einzelkämpfer mit 13-Zoll-Bilschirm wird nun eine neue Rechnerfamilie.

Mitte 2011 bekommt das MacBook Air zudem den neuen Thunderbolt-Anschluss spendiert. Theoretisch lassen sich nun schnellere Festplatten und eine Armada an Adaptern und Docks nutzen – wenn sie denn schon lieferbar wären. Dennoch: Das Potential besteht und hoffentlich gelingt Thunderbolt in diesem Jahr der entscheidende Durchbruch.

Apropos: Aktuell wird spekuliert, dass das MacBook Pro 2012 mehr Ähnlichkeiten mit dem Air aufweisen wird. Erstmals würde somit ein Subnotebook von Apple nicht nur das Dasein eines Anhängsels führen, sondern richtungsweisend für die Gestaltung der gesamten Notebook-Reihe von Apple sein. Es bleibt spannend, auch die nächsten 20 Jahre.

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