Aktionärstreffen: Apple gegen neues Menschenrechts-Gremium und Aktien-Rückkauf

Florian Matthey 2

Ende Februar werden sich Apples Aktionäre wieder einmal zur jährlichen Hauptversammlung zusammensetzen. Apple empfiehlt den Anteilseignern, gegen den Antrag des Aktionärs Carl Icahn für einen erzwungenen Aktien-Rückkauf zu stimmen - und gegen die Einsetzung eines Gremiums für die Einhaltung von Menschenrechten.

Aktionärstreffen: Apple gegen neues Menschenrechts-Gremium und Aktien-Rückkauf

9 to 5 Mac hat sich das „Proxy Statement“ des Unternehmens für das jährliche Aktionärstreffen genauer angesehen und einige interessante Details gefunden. So erfahren die Aktionäre beispielsweise, wie viel Apples Top-Management im Jahr 2013 verdient hat - der CEO Tim Cook erhielt 2013 wie auch im Jahr 2012 insgesamt knapp über 4 Millionen US-Dollar.

Im Jahr 2011 hatte er allerdings aufgrund von Aktienoptionen insgesamt effektiv knapp 378 Millionen Dollar erhalten - es ist bei Apple eine gängige Praxis, das Top-Management mit einem vergleichsweise niedrigen Grundgehalt, dafür aber mit sehr großzügigen Aktienpaketen zu entlohnen.

Ein Aktionär - ein gewisser John Harrington, der Aktien im Wert von über 2000 US-Dollar hält - verlangt von Apple derweil die Einsetzung eines Gremiums, das die Einhaltung von Menschenrechten überwacht. Apple empfiehlt den Aktionären, diesen Antrag abzulehnen: Apple kümmere sich mit verschiedenen Maßnahmen bereits um die Einhaltung von Menschenrechten bei Apple selbst sowie bei Zulieferern, beispielsweise durch die Überwachung der Partner anhand des eigenen „Supplier Code of Conduct“, der sich an internationalen Menschenrechtsstandards orientiere.

Ein weiteres Gremium würde diese Bestreben nach Auffassung des Verwaltungsrates nicht nennenswert fördern; dafür würde ein solches „überflüssiges zusätzliches Komitee“ den Rat von anderen Verpflichtungen für das Unternehmen und seine Anteilseigner ablenken. Aufgrund dessen empfiehlt die Apple-Führung, den Antrag abzulehnen.

Ein weiterer Antrag stammt vom Großaktionär Carl Icahn, der sich in der Vergangenheit häufiger für weitere Auszahlungen an Aktionäre ausgesprochen hatte. Icahns Investment-Unternehmen fordert einen Aktien-Rückkauf in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar. Auch diesen Antrag sollten die Aktionäre nach Auffassung der Apple-Führung ablehnen: Das Unternehmen müsse über Rücklagen verfügen, um gegen die Konkurrenz zu bestehen und in Zukunft weiter erfolgreiche Produkte entwickeln zu können.

Gleichzeitig sei der Verwaltungsrat aber gewillt, auch in Zukunft Geld an die Aktionäre zurückzugeben; die Führung werde entsprechende Möglichkeiten weiterhin prüfen. Allerdings lehnt sie einen entsprechenden verpflichtenden Beschluss der Aktionäre ab.

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