Amnesty kritisiert Apple und Co. wegen Kinderarbeit für Batterien-Mineralien

Florian Matthey 13

Erneut gibt es einen Vorwurf gegen Apple aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen in der Zulieferer-Kette: Amnesty International klagt an, dass in Apples Lithium-Ionen-Batterien Kobalt zum Einsatz kommt, dass Kinder in der Demokratischen Republik Kongo abbauen.

Der Bericht von Amnesty International wendet sich gegen zahlreiche Unternehmen, die Lithium-Ionen-Batterien verbauen – neben Apple auch Samsung, Sony, Microsoft und Autohersteller wie Daimler und Volkswagen.

Bei der Herstellung der Batterien, die diese Unternehmen verwenden, komme das Mineral Kobalt zum Einsatz, das aus Minen in der Demokratischen Republik Kongo stamme. In diesen arbeiteten auch Kinder – und zwar nach eigenen Angaben bis zu 12 Stunden am Tag für 1 bis 2 US-Dollar Tageslohn. Dabei müssten sie unter anderem viel Gewicht schleppen. 40.000 Kinder arbeiteten im Jahr 2014 im südlichen Bereich der Republik, viele in Kobalt-Minen.

Das Kobalt kaufe das chinesische Unternehmen Congo Dongfang Mining an, dessen Mutterunternehmen Zhejiang Huayou Cobalt das Material weiterverarbeite und an die Batteriehersteller Toda Hunan Shanshen New Material, Tianjin Bamo Technology und L&F Material verkaufe. Diese verkauften ihre Batterien wiederum an Hersteller von Verbraucher-Produkten.

Apple hat sich bereits mit einem Statement gegenüber der BBC zu dem Thema geäußert: Das Unternehmen toleriere nie, wenn Arbeiter unterhalb der Altersgrenze bei Zulieferern zum Einsatz kommen. Apple sei stolz darauf, in der Branche Pionierarbeit in Sachen neuer Schutzmaßnahmen geleistet zu haben. Dazu gehörten rigorose Audits sowie Programme, die es Kinderarbeitern ermöglichten, sicher nach Hause zurückzukehren, Bildung in Anspruch nehmen zu können und gleichzeitig noch das Geld zu erhalten, das sie für ihre Arbeit bekamen.

Was den Kobalt-Fall betreffe, stelle Apple aktuell Untersuchungen an, um Verstöße gegen Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen zu identifizieren – auch bezüglich „dutzender“ anderer Materialien.

Apples Chief Operating Officer Jeff Williams hatte sich erst kürzlich zum Thema Kinderarbeit geäußert: Apple stehe oft im Fokus von Berichterstattungen, weil das Unternehmen das Thema anders als andere Hersteller nicht verschweige, sondern offen Probleme aufzeige. Dann kümmere Apple sich aber eben auch darum, Probleme zu beheben. Die einfache Möglichkeit sei, Materialien einfach aus anderen Ländern zu beziehen. Apple entscheide sich aber für den aufwendigeren Weg, mit in dem Land selbst für die Verbesserung der Bedingungen zu arbeiten.

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