Apple beim Datenschutz vorn: 5 Sterne im EFF-Ranking

Ansgar Warner 3

Wie gut schützen Unternehmen unsere Daten vor dem Staat? Der aktuelle EFF-Datenschutz-Report verrät‘s: Apple und Dropbox werden gelobt, WhatsApp (also Facebook) abgewatscht.

Apple beim Datenschutz vorn: 5 Sterne im EFF-Ranking
Bildquelle: Screenshot eff.org.

Wie leicht Staatsanwalt, Polizei oder Geheimdienste an Nutzerdaten herankommen, hängt stark vom Verhalten der großen Konzerne ab: winken Sie Anfragen durch, oder treten sie auf die Bremse? Die Electronic Frontier Foundation (EFF) bewertet seit 2011 mit einem Fünf-Sterne-System, wie gut US-Unternehmen von Apple, Amazon oder Adobe bis zu Verizon, WordPress oder Yahoo im täglichen Kampf um die Privatsphäre der Kunden abschneiden.

Den ersten Stern bekommt ein Unternehmen relativ leicht, dafür muss es lediglich „Best-Practice“-Standards der Branche einhalten, etwa Daten nur ausliefern, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt. Weitere Sterne erhält man nur, wenn Anfragen von staatlichen Stellen den betroffenen Nutzern mitgeteilt werden, interne Regeln zur Vorratsdatenspeicherung offengelegt werden und auch klar ist, wie oft der Staatsanwalt pro Jahr angeklopft. Die volle Punktzahl erhalten Unternehmen mit besonders proaktiver Haltung in punkto Privatsphäre, was z.B. Backdoors und gezielt eingesetzte Schwachstellen in der Software ausschließt.

Die öffentliche Sichtbarmachung zeigt Wirkung: „Die Bewertungskriterien waren vor fünf Jahren noch sehr ambitioniert, doch sie sind seitdem im großen Rahmen von den Unternehmen übernommen worden“, stellen die Digital-Rights-Aktivisten auf ihrer Website eff.org fest. Gerade deshalb sollten Anwender aber nun von den Unternehmen einfordern, die ursprünglich formulierten Standards deutlich zu überschreiten.

Wer iPhone, iPad oder Mac nutzt, dürfte mit solch einer Forderung offene Türen einrennen. Denn manche legen sich schon jetzt ganz besonders ins Zeug, wie zum Beispiel Apple: im aktuellen Datenschutz-Report der EFF prangen neben dem Apfel-Logo alle fünf Sterne, während ansonsten zahlreiche Lücken klaffen, etwa bei Facebooks Chat-Software WhatsApp (ein Stern), Amazon (drei Sterne) oder Microsoft (drei Sterne). Besonders gut (fünf Sterne) haben neben Apple auch Adobe, WordPress und Wikimedia abgeschnitten.

In Cupertino dürfte man das gute Ergebnis als Bestätigung für den langfristig angelegten Kurswechsel beim Datenschutz sehen. Seitdem Apple-Chef Tim Cook das Thema zur Chefsache gemacht hat, ist Apple der Konkurrenz hier offenbar um mehr als nur eine Nasenlänge voraus. Erst Anfang der Woche gab es dafür sogar ein Extralob von Edward Snowden, und der muss es ja nun wirklich wissen.

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