Der Chip-Entwickler Imagination muss nach dem Bruch mit Apple um den Verbleib seiner Mitarbeiter fürchten: Apple hat in unmittelbarer Nähe ein Büro für die Entwicklung von GPUs eröffnet.

Die britische Zeitung Telegraph berichtet, dass Apple im britischen Ort Saint Albans eine 2000 Quadratmeter große Bürofläche angemietet hat, um dort an der Weiterentwicklung der GPU in den eigenen Apple-AX-Chips zu arbeiten. Der Ort dürfte nicht zufällig gewählt sein: Er liegt nur knapp über 10 Kilometer entfernt vom Ort Kings Langley, wo sich die Zentrale von Imagination Technologies befindet.

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Für Imagination-Mitarbeiter stellt Apple somit eine attraktive Alternative dar: Sie können sich um Arbeitsplätze bewerben, die unmittelbar an ihre bisherige Arbeit an Grafikchip-Designs anschließen, ohne zu Apples UK-Zentrale nach London oder gar nach Kalifornien ziehen zu müssen. Für Imagination selbst ist die Lage noch prekärer geworden, da somit nicht nur der wichtigste Kunde weggefallen ist, sondern dieser auch noch direkt in der Nachbarschaft „wildert“.

Dass Apple gerade in Großbritannien nach Chip-Designern sucht, war schon kurz nach der Bekanntmachung des Bruchs mit Imagination im April bekannt. Dass dafür sogar ein neues Büro in der Imagination-Nachbarstadt entsteht, gibt dem Ganzen eine neue Dimension.

Zur Pflege der Beziehung mit dem Noch-Partner Imagination – Apple wird noch bis 2019 Lizenzgebühren an das Unternehmen zahlen – wird diese Entwicklung sicherlich nicht beitragen. Imagination wirft Apple vor, Erfolge des Unternehmens zunichtezumachen. Auch werde Apple in Zukunft ohne Erlaubnis das geistige Eigentum zu verwenden: Es werde für den iPhone- und iPad-Hersteller gar nicht möglich sein, GPUs zu entwickeln, ohne auf Imagination-Erfindungen zurückzugreifen. Apple betont wiederum, dass man Imagination so früh wie möglich über die eigenen Pläne informiert habe und die Chip-Entwicklung ohne Imagination-Technologie sehr wohl möglich sei.

Quelle: Telegraph via 9to5Mac