Apple investiert massiv in Maschinen und Fabriken für Geräte-Produktion

Florian Matthey

Apple wünscht sich bekanntlich besonders viel Kontrolle über das eigene Ökosystem. Das Unternehmen lässt seine Produkte zwar vor allem durch Partner in Asien produzieren, doch auch hier ist Apples Einfluss groß - dank Milliardeninvestitionen in die Produktionsanlagen.

Bloomberg ist aufgefallen, dass Apple im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2014 insgesamt 10,5 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur investieren möchte. Das ist zwar weniger als der Konkurrent Samsung, der dieses Jahr 22 Milliarden Dollar investiert, allerdings ist Samsung selbst ein Komponenten-Hersteller. Andere IT-Unternehmen wie HP oder Sony lägen weit hinter Apple und Samsung.

Apple verwende einen Teil des Geldes für den Bau des neuen Hauptgebäudes in Cupertino. Der Großteil sei jedoch für Produktionstechnologie eingeplant: So kaufe Apple beispielsweise Fräsmaschinen für Aluminium-Gehäuse, Geräte, die das Plastik des iPhone 5c polieren oder Maschinen, die neu hergestellte iPhones oder iPads auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen.

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Als Beispiel nennt Bloomberg Maschinen, die die Kameras im iPhone oder iPad testen oder solche, die die Funktionsfähigkeit des Gyroskops im iPhone überprüfen. Für Letzteres habe es bei der Entwicklung des iPhone 4 noch kein Test-Equipment gegeben, deswegen habe Apple einfach selbst Maschinen gebaut.

Während andere Unternehmen Geräte entwickelten, dann Design-Renderings in Auftrag geben und all das nach China schicken, damit die dortigen Herstellungs-Partner die weiteren Schritte unternehmen, sei Apple stärker in den gesamtem Ablauf involviert: Jonathan Ives Design-Team entwerfe das Gehäuse eines Gerätes und arbeite dann mit Apples Ingenieuren zusammen, um die Idee in die Tat umzusetzen. Dann lasse Apple einzelne Geräte herstellen, bevor die Aufträge für die weitere Produktion erteilt werden. Dieser Prozess sei weit teurer und aufwendiger als der erstgenannte.

Durch die großen Investitionen in Herstellungsanlagen habe Apple einen Vorteil gegenüber Konkurrenten, die sich entsprechende Ausgaben nicht leisten könnten. Das jüngste Beispiel, das auch Bloomberg aufgreift, ist eine neue Fabrik im US-Bundesstaat Arizona: Hier möchte Apple eine Fabrik bauen, in der ein anderes Unternehmen - GT Advanced Technologies - für Apple-Produkte Saphirglas herstellen wird.

Die Fabrik und die Maschinen werden Apple gehören, GT übernimmt die eigentliche Produktion. Apple werde vorab 578 Millionen Dollar bezahlen, der Anteil des von GT mit Saphirglas erzielten Umsatzes werde vor allem dadurch von bisher 11 auf über 80 Prozent des Gesamtumsatzes steigen. Auch wenn hier ein anderes Unternehmen die eigentliche Arbeit übernimmt, dürfte Apple in dieser Konstellation eindeutig die Zügel in der Hand behalten.

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