Apple iSlate: Domain, Markennamen, Tatsachen und Spekulationen

Ben Miller 36
Apple iSlate: Domain, Markennamen, Tatsachen und Spekulationen

Am 27. Oktober tauchte der Produktname „Slate“ das erste Mal auf als der New York Times Chefredakteur Bill Keller auf einer firmeninternen Veranstaltung einen Vortrag über die Zukunft von Printmedien mit Produkten wie u.a. dem Apple Slate hielt.

Auch der Name iPhone war schon Jahre vor der Produktveröffentlichung intern festgelegt. So scheint es nun auch beim „iSlate“. Seit 2003 soll Apple bereits an einem bzw. diesem Tablet arbeiten und schon 5 mal Entwürfe und Prototypen verworfen haben weil Steve Jobs nicht zufrieden damit war.

iSlate.com

islate.com
Vor wenigen Tagen fand MacRumors einen alten Eintrag von 2007 für die Domain islate.com. Registriert auf Apple Inc. in Cupertino ist der Domaininhaber heute durch einen Proxy-Registrar (http://www.markmonitor.com) verschleiert.

iSlate Markennamen

Auch die Trademark „iSlate“ ist seit 2006 durch eine Firma namens „Slate Computing“ gesichert. Passenderweise hat diese Firma ihren sitz in Trinidad & Tobago mit einer Adresse, an der Apple zufälligerweise schon früher „Zweigfirmen“ für die Domain- und Markennamenregistrierung“ angesiedelt hatte. Auch der Markennamen „Magic Slate“ wurde sich anscheinend so gesichert. MacRumors stellt sich für „Magic Slate“ (Magic Mouse) ein zweites, Wacom-ähnliches Eingabegerät für Macs vor. Vielleicht lässt sich Apples Tablet auch als „Remote“ für AppleTV und Mac verwenden.

Auch hat eine gewisse „Regina Porter„, welche anscheinend bei Apple als Trademark-Spezialistin arbeitet, einen Verlängerungsantrag für den Markennamen „iSlate“ eingereicht, so MacRumors.

Releasetermin

Laut Financial Times plant Apple für den 26. Januar eine Keynote im YBCA in San Francisco. Was dort vorgestellt werden soll ist nicht bekannt. Geht es nach dem „Silicon Alley Insider“ soll das Apple Tablet bzw. Slate bzw. iSlate im Januar im Zuge der Keynote vorgestellt werden und laut Wall Street Journal im März in die Läden kommen.

Digitimes, ebenfalls meist sehr gut informiert, berichtet, dass Apples Haus-und-Hof-Lieferant „Foxconn“ eine halbe Million Einheiten des Tablets im April liefern könnte.

Man könnte mit dem Apple Tablet also bereits im 1. Quartal 2010 rechnen oder aber erst zur WWDC 2010.

Kostenpunkt

Die Schätzungen um den Preis des Tablets bauen momentan hauptsächlich auf Anaylsteneinschätzungen auf. Diese reichen von USD 700,- bis 1700,-.

Das iPhone kostete anfangs USD 600,-, wurde dann auf USD 400,- reduziert als die Verkäufe zurückgingen. Mit dem Release des iPhone 3G sank der Preis des iPhone 2G’s dann auf USD 200,- und es verkaufte sich wie „die warmen Semmel“.

Beim iPod touch schlug Apple wieder eine ähnliche Richtung ein. So gibt es den derzeit kleinsten iPod touch mit 8GB bereits für USD 200,-. Apple will damit einen möglichst günstigen Zugang zum App Store bieten.

Den Gerüchten der letzten Monate zufolge, dass Apple bei zahlreichen Verlagen und Medienunternehmen rund um den Globus für das Tablet wirbt, orientiert das Tablet auch als Device für digitale Zeitungen, Zeitschriften, Bücher etc.

iSlate Render by Gizmodo

Dass nicht nur Zeitungsverlage langsam aber stetig in eine Krise schlittern, da man sich nunmal keine Zeitung kauft wenn man die Nachrichten von Heute auch Heute und nicht erst morgen im Internet lesen kann, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein.

Nach dem Erfolg des App Stores scheinen viele Printmedien ihre Hoffnung in Apples Hände zu legen, auch weil das Finanzmodell des App Stores (30% für Apple, 70% für den Entwickler) für Verlage fairer ist als die umgekehrte Aufteilung bei Amazons Kindle.

Daher könnte Apple das Tablet viel günstiger als derzeit angenommen anbieten um möglichst viele Tablets unter die Leute zu bekommen und so durch den Umsatz der digitalen Zeitschriften zu verdienen – auch weil eine ganze Branche weltweit auf einen akzeptablen, digitalen Marktplatz wartet.

Hardware

Ein sogennanter eInk-Screen wie beim Kindle ist sehr unwahrscheinlich auch weil Apple allem Anschein nach den App Store auf diesem Tablet anbieten will. Zudem ist das Betrachten von Websites und vor allem Videos auf einem eInk-Screen mit aktueller Technik nicht annehmbar bzw. schlicht nicht möglich.

iSlate Render by Gizmodo

Auch OLED ist fragwürdig, da diese Technik ab einer bestimmten Größe noch releativ teuer ist. Zudem verbraucht OLED beim Darstellen von hellen bzw. weissen Inhalten (wie bei Zeitschriften und Websites üblich) derzeit noch 300% der Energie eines aktuellen LED-Backlight-Displays. Bei dunklen bzw. schwarzen Inhalten benötigt OLED hingegen nur einen Bruchteil der Energie.

Aktuell rechnet man mit 7″ und 9″ bzw. 10″ – also zwei Tablet-Größen. Jedoch sprechen mehr Quellen von nur einem Device mit 10″. Letzteres würde es auch App-Entwicklern und Verlagen einfacher machen ihre Inhalte angepasst anzubieten.

Betreffend Hardware stellt sich auch wieder die Frage des Preises. Sollte das Tablet mit einem Simkartenschacht, also ein HSDPA-Modem ausgestattet werden – wie spekuliert, könnte das Tablet wie das iPhone durch Mobilfunker subventioniert angeboten werden. Auch hier ist eine Provider-Exklusivität denkbar – wenn auch nicht wünschenswert.

Beim Prozessor spalten sich die Geister. Die einen, unter anderem der deutsche Intel Geschäftsführer, können sich ein „größeres iPhone mit einem Intel Atom“ vorstellen, die anderen gehen von einem PA Semi – also hauseigener Apple ARM-CPU aus. Im Vergleich zu einem Intel Atom benötigt ein ARM Prozessor weniger Energie. Auch hat Apple mit ARM-Prozessoren gute Erfahrungen beim iPhone und iPod touch gemacht.

Apple iSlate Patent
Apple Tablet Dock

Eines der interessantesten Gerüchte begründet sich auf ein jüngst aufgetauchtes Patent von Apple, laut dem das Tablet durch Veränderung der Oberfläche des Touchscreens, z.B. durch kleine „Nuppel“, Buttons bzw. eine Tastatur „emulieren“ bzw. Feedback geben könnte. Auch für eine Tablet-Dockingstation gibt es ein sehenswertes Patent.

Über dein integrierten Speicher ist wie bei Apple üblich auch nichts genaues bekannt. Eine SSD würde das Tablet wohl ziemlich teuer machen. Speicherchips wie im iPhone und iPod touch sind hingegen relativ günstig. Für ein größeres Display im Vergleich zum iPhone bieten sich natürlich auch hochauflösende Videos an. Diese benötigen wiederum mehr Speicherplatz. Mindestens 64GB sind daher plausibel, 128GB oder mehr durch multiplen Einsatz von einzelnen Speicherbausteinen nicht unwahrscheinlich.

Software

Mit der angeblichen Einladung von App-Entwicklern und ihren „auflösungsunabhängigen“ Applikationen für die Keynote im Januar bringt Apple wohl selbst ein wichtiges Indiz für das Betriebssystem des Tablets. Wie beim iPhone und iPod touch soll wohl auch das Tablet mit dem App Store und daher dem iPhone OS ausgestattet werden. Mit dem iPhone OS hat Apple ja bereits ein sehr erfolgreiches, auf Touchscreens optimiertes Betriebssystem.

Ob neben dem iTunes Store für Musik, dem App Store für Apps ein dritter Store speziell für digitale Printinhalte in das iPhone OS aufgenommen wird, könnte sich schon im Januar auf der Keynote zeigen.

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