Apple kapituliert vor Russland: Nutzerdaten nicht mehr sicher vor Zugriff

Thomas Konrad 5

Russland könnte Apple künftig dazu zwingen, Nutzerdaten herauszurücken. Grund dafür ist ein neues Gesetz, das Ende 2018 in Kraft trat und dem sich Apple nun beugt. Welche Daten betroffen sind, ist nicht vollständig geklärt.

Apple kapituliert vor Russland: Nutzerdaten nicht mehr sicher vor Zugriff
Bildquelle: GIGA.

Apple in Russland: Regierung könnte Name, Adresse und mehr verlangen

In Russland müssen Nutzerdaten künftig für bis zu sechs Monate auf lokalen Servern gespeichert werden. Die Regierung könnte Apple so dazu zwingen, Nutzerdaten wie Name, Adresse, E-Mail-Kontakte und Telefonnummern unverschlüsselt Sicherheitsbehörden zu übergeben. Dass Apple sich – fast schon auf den letzten Drücker – nach dem Gesetz richtet, hat die russische Aufsichtsbehörde für Massenmedien, Telekommunikation und Datenschutz bestätigt (via Appleinsider). An Weihnachten habe sich der iPhone-Hersteller mit den Behörden in Verbindung gesetzt.

iPhone XR bei Amazon: Aktuelles Angebot *

Das Gesetz umfasst in der Theorie auch andere Nutzerdaten wie Bilder, Nachrichten und Cloud-Dateien, schreibt Appleinsider. Unklar ist jedoch, ob auch diese Teil der Abmachungen zwischen Apple und der russischen Regierung sind. Sie bleiben im Bericht der Aufsichtsbehörde unerwähnt. Apples Datenschutzversprechen aus Las Vegas gerät jedoch allemal ins Wanken, zumindest offensichtlich für Kunden des iPhone-Herstellers in Russland, deren Daten nun nicht mehr vollumfänglich vor dem Zugriff durch Regierungsbehörden geschützt sind.

Auch bei den iPhone-Verkäufen läuft es nicht ganz rund – wir begeben uns auf Spurensuche:

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Spurensuche: Warum verkauft Apple weniger iPhones?

Apple beugt sich dem lokalen Recht: Russland nicht der erste Fall

Einen ähnlichen Schritt musste Apple 2018 auch in China gehen und verlegte die iCloud-Daten chinesischer Nutzer nach China. Im Sommer des Jahres wurden die Daten sogar auf die Server einer Tochterfirma des staatlichen Netzbetreibers umgesiedelt. Für Apple am Ende eine opportune Notwendigkeit, um weiterhin Geschäfte im Reich der Mitte machen zu können. Datenschützer stören sich jedoch insbesondere in diesem Zusammenhang an der Tatsache, dass China und Russland alles andere als leuchtende Vorbilder für den Schutz der Privatsphäre und einer demokratischen Rechtsordnung sind.

Wo Apple selber die Zügel in der Hand hat, wird hingegen härter beim Datenschutz durchgegriffen: Facebook und Google entzog der iPhone-Hersteller Anfang Februar wichtige Entwickler-Zertifikate, die zuvor missbräuchlich von den genannten Firmen genutzt wurden. Im Falle von Facebook war dem ein Datenskandal vorausgegangen: Bis zu 20 Dollar zahlte man ausgewählten Jugendlichen monatlich, um unter anderem an ihren Internetverkehr zu gelangen. Apple bereitete dem unlauteren Treiben ein Ende und  sorgte bei Facebook für ein internes Chaos, denn die Zertifikate betrafen auch alle intern genutzten Facebook-Apps, die fortan ihren Dienst quittierten.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung