Apple: Kein iPhone ohne Samsung

Andreas Floemer 24

Die Beziehung zwischen Apple und Samsung kann getrost als Hassliebe beschrieben werden: Einerseits bekriegen sich die Konzerne wegen diverser Patente auf globaler Ebene, andererseits kann Apple nicht ganz von den Südkoreanern loskommen, da dieser zu den größten Lieferanten für qualitativ hochwertigen Speicher und Prozessoren gehört. So stammt beispielsweise der im iPhone 5s eingesetzte A7-SoC von Samsung – auch beim Prozessor der nächsten Generation, der wohl A8 getauft wird und überwiegend von TSMC gefertigt werden soll, bleibt Samsung am Ball.

Apple will sich bereits seit Jahren von Samsung unabhängig machen. Dies funktioniert jedoch weniger gut, als man meinen wollte. Das Unternehmen aus Cupertino ist gerüchteweise mittlerweile seit 2011 dabei, den Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) – nach Intel und Samsung drittgrößter der Welt – zu verpflichten, das Gros der Prozessoren, die für mobile Geräte wie iPhone und iPad benötigt werden, zu produzieren. Dieses Vorhaben ist bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen, wie sich beim iPhone 5s zeigt: Der A7-Prozessor stammt weiterhin aus dem Hause Samsung, wie durch einen Teardown bestätigt werden konnte. Samsung verdient sich so neben dem Verkauf von seinen Galaxy-Devices indirekt auch an Apples iDevices eine goldene Nase.

Wie das Online-Magazin Korea Economic Daily erfahren haben will, soll sich die Auftragslage für die nächste iDevice-Prozessorgeneration für Samsung allerdings ändern. So wird TSMC im nächsten Jahr wohl tatsächlich erstmals SoCs für Apple fertigen und Samsung damit wohl einen Teil des milliardenschweren Umsatzes streitig machen. Demzufolge soll TSMC 60 bis 70 Prozent der A8-Prozessoren im 20 nm-Verfahren fertigen, den Rest darf Samsung offenbar weiterhin übernehmen. Es heißt, dass Apple TSMC eigentlich als alleinigen Produzenten für die A8-SoCs beauftragen wollte, doch die Herstellung von DIEs in dieser Größe stellt sich offenbar als sehr kompliziert dar. Aus diesem Grund soll Apple zusätzlich weiterhin die Südkoreaner im Boot behalten haben.

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Noch handelt es sich bei dieser Geschichte um ein Gerücht – von keiner der involvierten Parteien gab es bislang ein offizielles Statement zu diesem Großauftrag. Jedoch fährt Apple vermutlich besser mit der Beauftragung beider Hersteller, denn falls TSMC nicht den Qualitätsansprüchen gerecht werden sollte, könnte Samsung vermutlich die Produktionsengpässe auffangen. Die Beauftragung mehrerer Hersteller für die Zulieferung von Einzelteilen ist zudem nichts Außergewöhnliches – Apple setzt beispielsweise für seine iDevice-Displays sowohl auf Sharp und Samsung als auch LG.

Auch wenn Apple womöglich über kurz oder lang Samsung als Halbleiterlieferanten komplett ersetzten könnte – was offensichtlich noch ein paar Jahre dauern dürfte – bleiben die Südkoreaner auch weiterhin Apple erhalten, denn auch Flashspeicher und DRAM stammen teils von Samsung.

[via engadget]

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