Wofür lässt Apple in zahlreichen Ländern Apple-Maps-Autos durch die Straßen von Städten fahren? Ein genauerer Blick auf die Kameras und Sensoren lässt vermuten, dass Apple ein 3D-„Street View“ für AR- und VR-Umgebungen plant.

Dass es Autos gibt mit denen Apple Straßen auf der ganzen Welt abfährt, ist schon seit langem kein Geheimnis; auf dem Auto selbst befindet sich ein „Apple Maps“-Sticker und auf Apples Website lässt sich im Detail nachlesen, wo wann Autos unterwegs sein werden. Allerdings ist unklar, was Apple mit den Daten, die diese Autos sammeln, vor hat – und um welche Art von Daten es sich überhaupt handelt.

Mashable hat kürzlich ein Apple-Maps-Auto auf der Straße entdeckt und sich die vor allem auf der Oberseite angebrachten Kameras und Sensoren genauer angesehen. Ein aus einem Video zusammengesetztes Bild erlaubt einen Blick auf diese Geräte. Einerseits sind drei Weitwinkelkameras zu sehen – zwei, die Richtung Straße ausgerichtet sind und eine nach oben. Das spreche dafür, dass Apple Bilder aus der Perspektive eines Autofahrers oder Fußgängers sammelt – ähnlich, wie wir es von Google Street View kennen.

apple-maps-auto-sensoren

Interessant sei aber vor allem, dass sich daneben auch LIDAR-Sensoren für eine optische Abstandsmessung befinden. Diese kämen beispielsweise in autonom fahrenden Fahrzeugen zum Einsatz – ein Bereich, in dem Apple bekanntlich forscht. Dass Apple die Maps-Autos für sein Autonomes-Fahren-Projekt verwenden könnte, ist schon in der jüngeren Vergangenheit Teil von Spekulationen gewesen.

Google Street View: Grand Canyon

Ein anderes Ziel könnte aber ein eigener Street-View-Konkurrent sein, der über die Funktionalität des Google-Angebots hinausgeht. Während Google „nur“ Bilder von den Straßen zusammensetzt, könnte Apple die Städte komplett dreidimensional erfassen – also ähnlich wie mit der schon jetzt integrierten Flyover-Ansicht dreidimensionale Modelle von Städten erstellen, wobei deutlich mehr Details aus der Fußgänger-Perspektive zu sehen wären. Städte ließen sich dann beispielsweise auch aus der Ferne mit VR-Headsets erkunden; der Benutzer könnte sich in der Stadt frei umsehen. Auch Augmented-Reality-Anwendungen wären denkbar.

Natürlich dürfte es auch darum gehen, das Apple-Kartenmaterial selbst auf Fehler zu überprüfen. Hier hat Apple aber ohnehin schon große Fortschritte gemacht: Nach einem gehörigen Fehlstart vor fünf Jahren hat sich das Kartenmaterial in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Quelle: Mashable

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

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