Apple Maps zu detailliert: Oslo verbietet 3D-Fly-Over-Daten

Flavio Trillo

Seit der Trennung von Google als Karten-Partner für iOS sammelt Apple selbst Daten für seine Maps-App. Dazu gehört auch das Abfliegen diverser Großstädte, um daraus 3D-Bilder zu generieren. In Oslo stößt der Konzern damit auf wenig Gegenliebe.

Apple Maps zu detailliert: Oslo verbietet 3D-Fly-Over-Daten

Aus Sicherheitsgründen, so das Verteidigungsministerium, wolle man nicht alle Gebäude in Oslo in den Fly-Over-Karten sichtbar machen. Die hohe Präzision der Daten gefährde möglicherweise sensible Gebäude und Dächer. Insbesondere das Hauptquartier des norwegischen Geheimdienstes sei von besonderen Restriktionen betroffen, was Fotografien in der Umgebung angeht, so die norwegische Zeitung Aftenposten.

Üblicherweise lässt Apple das fragliche Gebiet mit einem kleinen Flugzeug abfliegen, an dem spezielle Kameras angebracht sind.

Der Hersteller sucht nun Hilfe bei der US-amerikanischen Botschaft in Oslo. Die Diplomaten kontaktierten den Bürgermeister von Oslo, Fabian Stang, mit der Bitte, sich für Apples Interessen bei der zuständigen Ministerin stark zu machen. In seinem Brief (der mit „Liebe Anne-Grete“ einleitet) bekräftigt Stang, dass auch andere Großstädte in Europa die Erlaubnis erteilt hätten. Außerdem seien die Daten wichtig für Touristen in der Stadt und solche, die noch dahin reisen wollen.

Als Antwort erhielt der Bürgermeister lediglich einen kühlen Hinweis auf die fehlende Kontrolle über das, was später als Teil von Apple Maps veröffentlicht werde. Norwegische Firmen hätte man die Erlaubnis mit der Einschränkung erteilen können, dass sensible Bereiche in geringerer Auflösung abgelichtet würden.

Dies sei bei einem Unternehmen mit Sitz in den USA nicht so leicht. Man wolle jedoch darüber nachdenken, die Regeln an neue Technologien anzupassen. Bislang gilt: Wer Fotografien, Karten oder Skizzen von sicherheitsrelevanten Gebäuden oder Anlagen anfertigt, die dem Feind im Kriegsfall helfen könnten, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen.

Auch auf eigenem Terrain musste Apple die Hauptstadt Washington D.C. und einige andere Gebiete, in denen Regierungsgebäude stehen, aus den 3D-Karten ausnehmen.

(via 9to5Mac)

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