Apples Produkt-Marketing-Chef Greg Joswiak zeigt sich in einem Interview beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der Entwickler Apples ARKit angenommen haben. Außerdem spricht „Joz“ über Siri und Apples Pläne für maschinelles Lernen.

Joswiak: Entwickler-Leistung mit ARKit ist „unglaublich“

Greg Joswiak, Apples Vice President für den Bereich Produktmarketing, hat sich während einer Australien-Reise mit der Zeitung The Australian über aktuelle Entwicklungen rund um die Apple-Produktpalette unterhalten. Besonders begeistert zeigt sich der Apple-Manager von Apples neuer Schnittstelle ARKit – und zwar gar nicht so sehr von dieser selbst, sondern von dem, was Entwickler in kürzester Zeit mit ihr erschaffen haben.

Immerhin hat Apple ARKit erst Anfang Juni zusammen mit der ersten Beta des iOS 11 veröffentlicht. Innerhalb weniger Tage zeigten Entwickler aber schon ihre ersten, teilweise wirklich beeindruckenden Ergebnisse. Joswiak spricht von einer „unglaublichen“ Reaktion der Entwickler-Community – und verweist unter anderem auf virtuelle tanzende Ballerinas auf dem heimischen Fußboden oder virtuelle Zollstöcke auf dem iPhone-Display.

ARKit-Demo: Der virtuelle Zollstock

Viele Beobachter sind allerdings der Meinung, dass Augmented Reality erst dann wirklich sinnvoll ist, wenn der Benutzer die Welt um sich herum direkt verändert sieht – und nicht nur, wenn er durch die Kamera des iPhone oder iPad blickt. Angeblich arbeitet Apple an einem eigenen AR-Headset – worauf auch Übernahmen wie des deutschen Unternehmens SensoMotoric hindeuten. Joswiak hält sich diesbezüglich wenig überraschend bedeckt, verweist aber darauf, dass das iPhone und iPad in Sachen AR ein großes Potential bieten. „Wer weiß, was letztlich noch kommt, aber was auch immer es sein wird – wir werden bei Null starten“, so seine weitere nebulöse Aussage.

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Siri soll natürlicher klingen – und das iOS noch intelligenter werden

Joswiak erklärt auch, dass Apple an verschiedenen Orten der Welt mit verschiedenen Herstellern zusammenarbeite, um die Verbreitung der Heimautomatisierungs-Schnittstelle HomeKit voranzutreiben. Auch kündigt er an, dass Apple an weiteren neuen Siri-Stimmen in verschiedenen Sprachen arbeite – unter anderem auch mit australischem Akzent. Mit iOS 11 soll Siri bekanntlich schrittweise natürlicher klingen.

Schließlich sprach Joswiak auch noch über künstliche Intelligenz und „maschinelles Lernen“. Auf letzteres setze Apple seit vielen Jahren, ohne den Begriff zu verwenden: Beispielsweise habe schon 2007 das erste iPhone vorhersagen können, welches Wort der Benutzer gerade eintippt, um die Zielgenauigkeit für den jeweils nächsten Buchstaben zu erhöhen – Apples iOS-Software-Chef Scott Forstall hatte erst kürzlich daran erinnert.

iPad Pro 10,5 von 2017 im Test

Diesen Weg werde Apple weitergehen: In zukünftigen iOS-Versionen werde die Tastatur sich „merken“, welchen Artikel der Benutzer gerade gelesen hat, um dann eine Vorhersage zu treffen, was er wohl als nächstes in einer Kurznachricht oder Mail schreiben wird. Auch arbeite Apple weiter daran, die Handschrifterkennung des iPad Pro mit dem Apple Pencil zu verbessern – die Software soll selbst mit wirklich hässlichen Handschriften umgehen können.

Quelle: The Australian via Mac Rumors

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

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