Apple: Neuer Großinvestor Carl Icahn fordert weiteren Aktienrückkauf

Florian Matthey

Apple hat einen neuen Großinvestor: Das Investment-Unternehmen des US-Milliardär Carl Icahn soll nun mindestens eine Milliarde Dollar an Apple-Aktien besitzen. Icahn wünscht sich von Apple nun eine Ausweitung des Aktien-Rückkaufs.

Apple: Neuer Großinvestor Carl Icahn fordert weiteren Aktienrückkauf

Carl Ican gab seine Position bei Apple via Twitter bekannt: Zuerst erklärte er, dass sein Unternehmen mit einer großen Summe bei Apple involviert sei. „Wir glauben, dass das Unternehmen extrem unter Wert gehandelt wird. Habe heute mit Tim Cook gesprochen. Weiteres folgt.“

Ein paar Minuten später kam dann wirklich der nächste Tweet: „Hatte heute ein nettes Gespräch mit Tim Cook. Haben über meine Auffassung, dass jetzt ein größerer Aktienrückkauf durchgeführt werden sollte, besprochen. Wir planen, bald wieder zu sprechen.“

Laut Bloomberg soll Icahn mit mindestens einer Milliarde Dollar bei Apple eingestiegen sein - was prozentual bei einer Marktkapitalisierung von aktuell über 440 Milliarde Dollar natürlich nicht wirklich viel, aber auch nicht zu vernachlässigen ist. Ican glaube, so Bloomberg weiter, dass der Apple-Aktienkurs auf über 600 Dollar steigen werde. Aktuell liegt er bei rund 490 Dollar.

Das Wall Street Journal hat sich im Anschluss an diese Meldungen mit Icahn über seine Investition unterhalten. Gegenüber der Zeitung erläutert der Investor seine Auffassung, dass die Apple-Aktie aktuell unter Wert gehandelt werde: Es sei einfach sinnvoll, in ein Unternehmen zu investieren, das für niedrige Zinsen Geld leihen kann. Selbst ohne ein Zuwachs an Gewinnen sollte Apple 625 Dollar wert sein.

Apple könne aktuell für drei Prozent Zinsen Darlehen aufnehmen, um weitere Aktien zurückzukaufen - aktuell würde Apple dafür 525 Dollar bezahlen. Durch einen Aktienrückkauf steigen die Gewinne pro Aktie, was die Wertpapiere für Investoren wiederum attraktiver mache.

Apple hat seine Investoren in den letzten Monaten mit Dividenden und einem Aktienrückkauf beglückt, nachdem das Unternehmen jahrelang auf solche Maßnahmen verzichtet hatte. Allerdings waren in dieser Zeit die Barreserven des Unternehmens so stark angestiegen, dass Aktionäre entsprechende Maßnahmen gefordert hatten. Für die Auszahlungen an Investoren hat Apple viel Schulden aufgenommen - als Steuereinsparungsmaßnahme. Eben diese wirtschaftliche Flexibilität scheint es Icahn angetan zu haben.

Ob Apple seiner Forderung, noch mehr Aktien zurückzukaufen, auch nachkommen wird, bleibt abzuwarten. Gegenüber The Next Web erklärte Apple lediglich, dass das Unternehmen das Interesse und die Investitionen aller Anteilseigner zu schätzen wisse. „Tim hatte heute ein sehr positives Gespräch mit Herrn Icahn“, so ein Unternehmenssprecher - ohne weitere Details zu nennen.

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