Apple Q2/2016: iPhone-Schwäche beschert erstes Umsatzminus seit 2003

Florian Matthey 15

Analysten hatten es bereits vorhergesagt, jetzt ist es offiziell: Apple musste für das vergangene zweite Geschäftsquartal 2016 nicht nur ein Minus der iPhone-Verkaufszahlen, sondern auch ein Umsatz-Minus verkünden – zum ersten Mal seit 2003.

Apple Q2/2016: iPhone-Schwäche beschert erstes Umsatzminus seit 2003

Das zweite Geschäftsquartal 2016 entspricht dem ersten Kalenderquartal 2016. Apple hatte bei der Bekanntgabe des Ergebnisses des ersten Geschäftsquartals 2016 schon angekündigt, dass die iPhone-Verkaufszahlen in dem nächsten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal erstmals rückläufig sein könnten. Die wichtigere Nachricht ist daher wohl der Umsatzrückgang, den es für das Unternehmen zuletzt vor 13 Jahren – also lange vor iPhone und iPad – gab.

Insgesamt konnte Apple im zweiten Geschäftsquartal 2016 einen Umsatz in Höhe von 50,6 Milliarden Dollar erzielen. Im Vorjahr war der Umsatz mit 58 Milliarden Dollar recht deutlich höher. Der Gewinn ging wiederum von 13,6 Milliarden auf 10,5 Milliarden Dollar oder 2,33 und 1,90 Dollar pro Aktie zurück. Immerhin blieb die Gewinnmarge mit 39,4 statt zuvor 40,8 Prozent nahezu stabil.

Das Umsatzminus lässt sich in erster Linie durch rückläufige iPhone-Verkaufszahlen erklären: Im Vorjahresquartal konnte Apple noch 61,2 Millionen Exemplare verkaufen. Im vergangenen Quartal waren es „nur“ 51,1 Millionen. Das Minus lässt sich zum Teil dadurch erklären, dass das iPhone 6 (Plus) im vergangenen Jahr auf eine hohe, lange Zeit nicht bediente Nachfrage nach größeren iPhone-Displays stieß. Dieses neue Verkaufsargument fehlt dem iPhone 6s (Plus).

Auch die Mac-Verkaufszahlen gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück – allerdings fiel das Minus mit 4,03 statt 4,56 Millionen Exemplaren kleiner aus. Das iPad verzeichnete ebenfalls ein Minus: Statt 12,6 Millionen konnte Apple nur noch 10,25 Millionen Tablets verkaufen. Die Verkaufszahlen des iPad sind allerdings schon seit einigen Quartalen rückläufig.

Apples CEO Tim Cook sprach von einem großen „makroökonomischen Gegenwind“ und dass das Apple-Team angesichts dessen sehr gute Arbeit geleistet habe. Es gebe weiterhin ein großes Wachstum an Apple-Dienstleistungen – also beispielsweise den App Store, iTunes Store und Apple Music –, das auf die „unglaubliche Stärke des Apple-Ökosystems und unsere wachsende Basis von über einer Milliarde aktiven Geräte“ zurückzuführen sei.

Die Börse reagierte negativ, auch wenn Analysten das Umsatzminus vorhergesagt hatten: Der Kurs der Apple-Aktie ging nachbörslich von knapp über 104 Dollar auf knapp über 96 Dollar zurück; ein Minus in Höhe von fast 8 Prozent. Investoren können sich aber über höhere Dividende freuen: Apple zahlt jetzt pro Quartal 0,57 Dollar statt 0,52 Dollar pro Aktie. Alle, die am 9. Mai Besitzer von Apple-Aktien sind, erhalten die Auszahlung am 12. Mai. Das Aktienrückkaufprogramm wächst wiederum um 35 Milliarden auf 175 Milliarden Dollar an. Insgesamt möchte Apple bis Mai 2018 über 250 Milliarden Dollar für Kapitalrückzahlungen an Aktionäre ausgeben.

Apple verfügt jetzt insgesamt über 233 Milliarden Dollar an „Barreserven“, allerdings auch über 77 Milliarden Dollar Schulden – allerdings aus rein taktischen Gründen: Das Unternehmen hat in der Vergangenheit Rekordschulden aufgenommen, um Aktienrückkäufe und Dividende zu finanzieren, da eine Rückführung der Barreserven in den USA mit hohen Steuern verbunden wäre.

Für das laufende dritte Geschäftsquartal 2016 erwartet Apple zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar Umsatz sowie eine Gewinnmarge in Höhe von 37,5 und 38 Prozent. Im Vorjahresquartal waren es noch 49,6 Milliarden Dollar – das Minus würde sich also erst einmal fortsetzen. Für das zweite Geschäftsquartal hatte Apple im Januar einen Umsatz in Höhe von 50 bis 53 Milliarden Dollar vorhergesagt. Das Umsatzminus entsprach also Apples Prognose; allerdings ist Apple mit seinen Vorhersagen traditionell eher pessimistisch.

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