Apple hat gestern Nacht sein jüngstes Quartalsergebnis vorgestellt. Gewinn und Umsatz stiegen im Vergleich zum Vorjahr wieder, allerdings gingen die iPhone-Verkaufszahlen erneut zurück. Der Mac konnte sich leicht steigern; das iPad bleibt ein Sorgenkind.

Umsatz- und Gewinnsteigerung – aber nicht im Vergleich zu 2015

Im ersten Geschäftsquartal 2017, das dem vierten Kalenderquartal 2016 entspricht, konnte Apple zwar wieder Rekorde brechen. Im vergangenen zweiten Geschäftsquartal 2017 blieb das Unternehmen allerdings unter dem bisherigen Rekordwert des Jahres 2015 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen allerdings sowohl Umsatz als auch Gewinn.

So konnte Apple im zweiten Geschäftsquartal 2017 ein Umsatz in Höhe von 52,9 Milliarden US-Dollar und 11,0 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielen. Im Vorjahresquartal waren es 50,6 und 10,5 Milliarden US-Dollar – die Steigerung ist also recht überschaubar, aber immerhin wieder vorhanden. Allerdings hatte Apple im zweiten Geschäftsquartal 2015 noch 58 Milliarden US-Dollar Umsatz und 13,6 Milliarden US-Dollar Gewinn erzielt – weiterhin der Höchstwert für diesen Zeitraum. Die Gewinnmarge lag in Q2/2017 bei 38,9 Prozent – etwas weniger als die 39,4 Prozent des Vorjahres. In Q2/2015 lag dieser Wert noch bei 40,8 Prozent.

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iPhone und iPad rückläufig, Mac mit kleinem Plus

Interessant ist, dass die Verkaufszahlen des iPhone erneut zurückgegangen sind: In Q2/2017 konnte Apple 50,8 Millionen iPhones verkaufen, während es in Q2/2016 noch 51,1 Millionen waren. 2015 hatte Apple hier mit 61,2 Millionen Exemplaren dank des durch das iPhone 6 ausgelösten Booms noch einen viel höheren Wert erreicht. Das iPhone ist der mit Abstand wichtigste Umsatz- und Gewinngenerator des Unternehmens, sodass es überrascht, dass Gewinn und Umsatz trotz des leichten Verkaufszahlen-Rückgangs wieder steigen konnten. Apple-CEO Tim Cook verweist als Erklärung auf die guten Verkaufszahlen des iPhone 7 Plus – das teuerste iPhone mit der höchsten Marge.

iPhone 7 Plus im Kameravergleich mit iPhone 7 und 6s.


Die Mac-Verkaufszahlen stiegen leicht von 4,03 auf 4,2 Millionen Exemplare – hier dürfte das MacBook Pro einen positiven Effekt gehabt haben, der aber in den Gesamtzahlen recht überschaubar bleibt. Auch hier bleibt Apple hinter dem 2015-Wert zurück: Damals waren es noch 4,56 Millionen Macs. Einen deutlichen Rückgang gibt es wiederum bei den iPad-Verkaufszahlen: Diese gingen von 10,25 auf 8,92 Millionen zurück. 2015 lag dieser Wert noch bei 12,6 Millionen.

Tim Cook verweist auf iPhone 7 Plus und Dienstleistungen

Tim Cook zeigt sich dennoch erfreut über das Quartal: Das iPhone 7 Plus und das neue iPhone 7 (PRODUCT)RED verkauften sich gut, außerdem gebe es ein starkes Wachstum im Bereich Dienstleistungen. Tatsächlich stieg der Umsatz des App Store um 40 Prozent auf einen neuen Höchstwert. Insgesamt brachten Dienstleistungen im vergangenen Quartal einen Umsatz in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr waren es noch 6 Milliarden US-Dollar.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Apple zwischen 43,5 und 45,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und eine Gewinnmarge in Höhe von 37,5 bis 38,5 Prozent. Zum Vergleich: Im dritten Geschäftsquartal 2016 konnte Apple 42,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und eine Gewinnmarge von 38 Prozent erzielen.

Apple hat außerdem angekündigt, erneut sein Aktienrückkaufprogramm auszuweiten: Hierfür werde das Unternehmen weitere 50 Milliarden US-Dollar freigeben. Insgesamt werde Apple bis 2019 dann 300 Milliarden US-Dollar an Aktionäre zurückgegeben haben. Die Börse scheint dennoch nicht ganz zufrieden zu sein: Nachbörslich gab der Aktienkurs von rund 147,50 US-Dollar zu Börsenschluss auf rund 144,80 US-Dollar nach.

Quelle: Apple