Apple Q3/2016: Erneuts Umsatz- und Gewinn-Minus – Börse trotzdem zufrieden

Florian Matthey 5

Apple hat letzte Nacht sein jüngstes Quartalsergebnis vorgestellt. Wie erwartet waren Umsatz, Gewinn und Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Dennoch reagierte die Börse positiv: Sie hatte offenbar schwächere Zahlen erwartet.

Apple Q3/2016: Erneuts Umsatz- und Gewinn-Minus – Börse trotzdem zufrieden

Apple konnte im dritten Geschäftsquartal 2016, das dem zweiten Kalenderquartal 2016 entspricht, einen Umsatz in Höhe von 42,4 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn in Höhe von 7,9 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,42 Dollar pro Aktie erzielen. Im Vorjahr waren die Werte noch deutlich höher: Der Umsatz lag bei 49,6 Milliarden Dollar, der Gewinn bei 10,7 Milliarden Dollar. Auch die Gewinnmarge ging zurück: Sie lag in den letzten drei Monaten bei 38 Prozent statt den 39,7 Prozent im Vorjahr.

Allerdings liegt Apple mit diesen Werten am oberen Ende der Schätzungen, die das Unternehmen zum Beginn des Quartals abgegeben hatte: Damals erklärte das Unternehmen, dass der Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar und die Gewinnmarge zwischen 37,5 und 38 Prozent liegen würde. Das dürfte ein Grund sein, warum die Börse sehr positiv auf das Ergebnis reagiert: Nachbörslich legte die Apple-Aktie um fast 7 Prozent zu; der Kurs stieg von rund 97 Dollar auf rund 103 Dollar. Die Aktionäre dürften sich aber auch über neue Auszahlungen durch Apple freuen: Am 11. August erhalten sie 0,57 Dollar pro Aktie.

aapl

Die größte Rolle für die Umsatz- und Gewinn-Entwicklung spielt bei Apple in der Regel das iPhone. Hier musste das Unternehmen tatsächlich ein großes Minus hinnehmen: Die Verkaufszahlen gingen von 47,5 Millionen Exemplaren im Vorjahr deutlich auf 40,4 Millionen zurück. Auch die Mac-Verkaufszahlen waren rückläufig: Statt 4,8 Millionen konnte Apple nur 4,25 Millionen Rechner verkaufen. Die iPad-Verkaufszahlen gingen wiederum von 10,9 auf 9,95 Millionen zurück.

Vor allem letzteres ist keine Überraschung: Die Verkaufszahlen des Apple-Tablets sind seit Jahren rückläufig. Allerdings gibt es ausgerechnet beim iPad auch eine positive Nachricht: Zum ersten Mal seit zehn Quartalen konnte das iPad mit 4,9 Milliarden statt 4,5 Milliarden Dollar wieder mehr Umsatz als im jeweiligen Vorjahresquartal erzielen. Das dürfte vor alle auf die teureren iPad-Pro-Modelle möglich gewesen sein; diese verkaufen sich offenbar recht gut.

Apples CEO Tim Cook äußerte sich positiv über das Ergebnis: Die Nachfrage und die „Business Performance“ seien besser als erwartet gewesen. Hierbei hebt Cook vor allem den erfolgreichen Start des iPhone SE hervor. Man freue sich auch über die Reaktionen von Kunden und Entwicklern auf Software- und Dienstleistungs-Neuerungen, die das Unternehmen auf der WWDC im Juni vorgestellt hat.

WWDC 2016 – iOS 10.

Interessant ist außerdem, dass Apples Umsatz in China deutlich zurückgegangen ist: Der Wert ging von 13 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf 8,9 Milliarden Dollar, also um rund ein Drittel zurück. Somit war China in den vergangenen drei Monaten erstmals seit langem nicht mehr Apples zweitgrößter Markt – stattdessen hält Europa jetzt wieder diese Position.

Gerade wegen der Sorgen um das Geschäftsklima auf dem chinesischen Markt waren Apple-Investoren in jüngerer Vergangenheit skeptisch; allen voran ist an den Investor Carl Icahn zu denken, der nach der Bekanntgabe des letzten Quartalsergebnisses aus diesem Grund alle seine Apple-Aktien verkaufte. Auch diese Meldung scheint die Börse aber nicht allzu negativ überrascht zu haben.

Wichtig dürfte hierfür die weiterhin recht hohe Gewinnmarge sein, durch die Apple weiterhin sein Vermögen vergrößert: Apples Barreserven liegen aktuell bei stolzen 231,5 Milliarden Dollar. Allerdings bestehen gleichzeitig Verbindlichkeiten in Höhe von 68,9 Milliarden Dollar, so dass Apple bereinigt über 162,6 Milliarden Dollar an „Cash“ verfügt. Für das aktuell laufende vierte Geschäftsquartal erwartet Apple zwischen 45,5 und 47,5 Milliarden Dollar Umsatz und eine Gewinnmarge zwischen 37,5 und 38 Prozent. Im Vorjahresquartal lag der Umsatz noch bei 51,5 Milliarden Dollar. Apple rechnet also mit einem weiteren Minus.

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