Apple umgeht in Australien Steuerzahlungen in Millardenhöhe

Julien Bremer 38

Apple hat in Australien Einnahmen von knapp 6 Milliarden Euro nicht versteuert. Das berichtet der Australian Financial Review. Möglich wurde dies durch ein Schlupfloch, das viele Großkonzerne verwenden, um sich hohe Steuerabgaben zu sparen.

Apple umgeht in Australien Steuerzahlungen in Millardenhöhe

Dem Bericht der australischen Zeitung nach, hat Apple von 2002 bis 2013 insgesamt Einnahmen von 8,9 Milliarden australischen Dollar (entspricht circa 5,8 Milliarden Euro) nach Irland transferiert, ohne die dafür fälligen Steuern zu zahlen.

Das Bemerkenswerte an der Sache ist, dass der Konzern dabei gegen kein geltendes Recht verstoßen hat. Apple hat in Irland ein Unternehmen mit dem Namen „Apple Sales International“ gegründet, das einen Anteil am geistigen Eigentum von Apples Produkten hat.

Ein Großteil der Einnahmen von Apples internationalen Produktverkäufen kann dann nach Ireland transferiert werden, unter Verweis auf Lizenzgebühren für geistiges Eigentum. Das bedeutet im Klartext, dass Apple in Australien diese Gebühren nach Irland abführt und somit in Australien selbst bedeutend weniger Steuern zahlen muss. In Irland wiederum müssen nur Steuern gezahlt werden, wo das Management sitzt, in Apples Fall also in den USA. Dort wiederum zählt die Unternehmensgründung. Somit erspart sich Apple enorme Steuerabgaben.

Apple-Sales-Australia

Apple wurde in der Vergangenheit in den Medien dafür kritisiert, das „Double Irish With a Dutch Sandwich“-Prinzip auszunutzen. Dieses Prinzip funktioniert ähnlich wie die Strategie, die Apple angewandt hat und beruht darauf, Gewinne aus Ländern mit hohen Steuersätzen in Länder mit geringen Steuersätzen zu transferieren.

Das Unternehmen selbst ist sich keiner Schuld bewusst und beruft sich darauf, gegen kein Gesetz verstoßen zu haben. Die Zahlen, die nun aus Australien kommen, sind bei weitem kein Einzelfall. Auch in Deutschland spart sich Apple Steuern von rund 245 Millionen Euro.

Viele großen Konzerne nutzen diese Schlupflöcher, um Steuern zu sparen. Google hat im Jahr 2011 durch eine solche Praktik Steuerzahlungen von rund 1,5 Millarden Euro vermieden.

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