Apple veröffentlicht Bericht zu Informations-Anfragen durch Regierungen

Florian Matthey

Apple hat sich in einem ausführlichen Dokument zur Zusammenarbeit des Unternehmens mit Regierungen geäußert. Das Dokument gibt Auskunft darüber, für welche Länder Apple wie oft Account- oder Geräte-bezogene Informationen weitergegeben hat.

In dem Dokument betont Apple erneut, dass das Unternehmen den die Privatsphäre der eigenen Kunden schützen wolle. Anders als andere Unternehmen gehe es Apple nicht gerade darum, persönliche Daten von Benutzern zu sammeln und zu verwerten; dies sei nicht Apples Geschäftsmodell. Stattdessen habe Apple schon beim Design der Produkte den Schutz der Kunden vor Augen - dieses Bestreben sei beispielsweise für die Funktionen „Mein iPhone finden“ oder den Touch-ID-Sensor im iPhone 5s eine Motivation gewesen.

Auch bemühe sich Apple um Transparenz. Das Unternehmen habe in dem Dokument so viele Informationen veröffentlicht, wie es rechtlich erlaubt sei. Was Account-basierte Anfragen aus den USA betreffe, dürfe sich Apple nach geltendem Recht nur bedingt äußern; anders als in anderen Ländern verrät das Unternehmen hier nur in 1000er-Schritten, wie viele Anfragen es gab. Apple versuche, die US-Regierung und US-Parlamentarier dazu bewegen, mehr Transparenz zu erlauben; in laufenden Gerichtsverfahren, die die USA zu mehr Transparenz bewegen sollen, will sich Apple als Dritter beteiligen.

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Apple unterscheidet zwischen Account- und Geräte-basierten Anfragen, weil es sich um sehr unterschiedliche Kategorien mit sehr unterschiedlicher Sicherheitsrelevanz handle: Geräte-basierte Anfragen zielten oft darauf ab, den Verbleib gestohlener Produkte festzustellen; oft hätten sich betroffene Kunden hier selbst mit den Behörden in Verbindung gesetzt.

Account-basierte Anfragen beträfen hingegen persönliche Daten der Kunden. In den meisten Fällen gehe es nur darum, wem der Account gehöre oder mit welcher Adresse sich der Benutzer angemeldet hat; nur in sehr seltenen Fällen wollten die Behörden Informationen zu eigentlichen Inhalten wie denen von E-Mails oder gespeicherten Fotos. Die meisten Account-basierten Anfragen seien polizeilicher Art - sowohl zur Aufklärung von Verbrechen oder zum Schutz gefährdeter Personen. Das US-Recht erlaube es Apple nicht, nach polizeilichen Anfragen und solchen der Sicherheitsbehörden wie der NSA zu differenzieren, diese stellt Apple also zusammen in einer Tabelle dar.

Zu den USA gibt es aufgrund all dieser Vorschriften nicht sehr aussagekräftige Statistiken - Apple verrät lediglich, dass es 1000 bis 2000 Account-basierte Anfragen im Zeitraum Januar bis Juni 2013 gegeben habe. Damit liegen die USA weit vor allen anderen genannten Ländern; auf dem zweiten Platz liegt Großbritannien mit 127 Anfragen.

Aus Deutschland hat es mit 93 ebenfalls vergleichsweise viele Anfragen gegeben - wobei es mit Großbritannien und Spanien, wo es zu 102 Anfragen kam, auch europäische Länder gibt, die in der Statistik vor Deutschland liegen. In 86 Fällen habe Apple die Anfragen nach einer Prüfung durch die Rechtsabteilung abgelehnt. Insgesamt habe Apple letztendlich Daten zu 5 Accounts weitergeben müssen, letztendlich sei es in 6 Prozent der Anfragen zu einer Weitergabe von Daten gekommen. Dies ist vergleichsweise wenig - In Großbritannien lag der Anteil bei 37 Prozent, in Spanien bei 22 Prozent.

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