Apple vs. FBI: Entwickler würden eher kündigen, als die Sicherheit in iOS zu untergraben

Holger Eilhard 10

Sollte sich das Gericht im Streit zwischen FBI und Apple zugunsten der Behörden entscheiden, könnten sich viele Apple-Mitarbeiter weigern die Sicherheitsfeatures in iOS zu umgehen.

Apple vs. FBI: Entwickler würden eher kündigen, als die Sicherheit in iOS zu untergraben

Ab der kommenden Woche, am Dienstag, den 22. März, werden sich Apple und die Behörden in Riverside, Kalifornien vor Gericht zusammenfinden. Das Resultat des Rechtsstreits könnte möglicherweise dazu führen, dass Apple die Software für das iPhone 5c des Attentäters aus San Bernardino – und damit iOS im Allgemeinen – so ändern muss, dass das FBI Zugriff auf die im Gerät gespeicherten Daten erhält.

Die dafür notwendigen Entwickler bei Apple bereiten sich laut einem Bericht der New York Times bereits auf diese Möglichkeit vor. In Gesprächen mit „mehr als sechs aktuellen und früheren Mitarbeitern“ hat die NY Times erfahren, dass sich Apples Spezialisten gegen diese Aufgabe wehren werden. Einige Mitarbeiter würden sogar eher ihren Job kündigen bevor sie einer Forderung nachkommen würden, die die Sicherheitsvorkehrungen umgehen könnte.

Die Gespräche wurden unter anderem mit aktuellen Entwicklern geführt, die damit beschäftigt sind die Sicherheit von Apples mobiler Plattform zu verbessern. Aber auch ehemalige Sicherheits-Spezialisten und Manager des Unternehmens wurden von der NY Times befragt.

So wünschte etwa Jean-Louis Gassée, ehemaliger Kopf von Apples Produktentwicklung, den Behörden „Viel Glück“, wenn sie versuchen sollten Aussagen oder Taten von Apples Mitarbeitern zu verlangen.

Die betroffenen Spezialisten hätten in der aktuellen Marktlage keine Probleme neue Jobs bei anderen Technologie-Unternehmen zu finden. Von einigen Unternehmen könnte die Entscheidung gegen die Teilnahme an einer derartigen Aufgabe darüber hinaus als Bonus für den Mitarbeiter gesehen werden.

Marc Rotenberg, President und Executive Director des Electronic Privacy Information Center (EPIC), verglich diese Aufgabe mit einem Doktor, der dazu gezwungen werde einem Patienten ein tödliches Medikament zu verabreichen.

Im Rechtsstreit zwischen dem FBI und Apple verlangen die US-Behörden die Entwicklung einer abgewandelten iOS-Version. Diese soll es erlauben, das mit einem vierstelligen PIN-Code geschützte iPhone 5c des Attentäters Syed Rizwan Farook mit Hilfe einer Brute-Force-Attacke in kürzester Zeit zu entschlüsseln.

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