Apple vs. FBI: Generalanwältin verteidigt Regierung, Sheriff will Tim Cook einsperren

Florian Matthey 6

Neues im Fall Apple vs. FBI: Die US-Generalbundesanwältin verteidigt in der Fernsehsendung von Stephen Colbert die Regierung, während ein Sheriff in Florida Nägel mit Köpfen machen und Tim Cook verhaften möchte.

Apple vs. FBI: Generalanwältin verteidigt Regierung, Sheriff will Tim Cook einsperren

Die US-Generalbundesanwältin Loretta Lynch war letzte Woche zu Gast in der Late Show With Stephen Colbert, um sich mit dem Comedian und Talkshow-Host unter anderem über den Fall Apple vs. FBI zu unterhalten. Lynch erklärte zunächst, dass der Schutz der Privatsphäre für jeden wichtig sei – für sie als Generalanwältin, aber auch für sie als Bürgerin. Sie habe sich mit Apples CEO Tim Cook auch schon mehrmals über dieses Thema unterhalten.

Apple vertritt im Streit mit dem FBI die Sichtweise, dass ein Zugriff-Verschaffen auf verschlüsselte Daten auf dem iPhone des San-Bernardino-Terroristen dazu führen würde, dass immer wieder solche Anfragen kämen und der Schutz der Daten aller Bürger letztendlich beeinträchtigt würde. Apples Internet-Dienste-Chef Eddy Cue warnt sogar davor, dass die Behörden Apple dann als nächstes dazu zwingen könnten, Zugriff auf Mikrofone und Kameras von iPhone-Besitzern zu ermöglichen.

Dies weist Lynch aber zurück: Die Regierung verlange keine allgemeine „Hintertür“ („Backdoor“) im System. Letztendlich verlange sie nur das, was doch der betroffene Apple-Kunde wolle: Eigentümer des iPhone im vorliegenden Fall sei der Bezirk, an dem der getötete Terrorist angestellt war. Die gerichtliche Anordnung zur Datenermittlung sei sehr detailliert und beschränkt, und nur in diesem Rahmen wolle die Regierung Daten sammeln.

Das Argument, dass es sich um einen Einzelfall handelt, ist nicht neu – dieses hat das FBI und das Justizministerium schon mehrfach genannt. Neu ist allerdings, dass Lynch hervorhebt, dass der Eigentümer des iPhone – also der Bezirk – selbst wolle, dass die Passcode-Schutzfunktionen des Gerätes deaktiviert werden, um einen Datenzugriff zu ermöglichen.

Es gibt viele Punkte, über die man sich in diesem Fall im Detail streiten kann. Ein Sheriff aus dem US-Bundesstaat Florida meint hingegen, dass die Situation eigentlich recht einfach sei: Grady Judd, Sheriff des Bezirks Polk County, meint, dass sich Apple nicht einfach über das Gesetz und über eine gerichtliche Anordnung hinwegsetzen kann. Tim Cook müsse wissen, dass er nicht über dem Gesetz stehe. Sobald es in seinem Bezirk zu einem ähnlichen Fall kommt, „werde ich den Apple-CEO einsperren. Ich werde den Bengel einsperren.“ Dafür bräuchte der Sheriff natürlich aber erst einen Haftbefehl, den er nicht selbst ausstellen kann.

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