Apple vs. Samsung: Statement auf apple.com/uk muss umgearbeitet werden

Amir Tamannai 18

Wir erinnern uns: Apple wurde in Großbritannien gerichtlich dazu verdonnert, auf seiner dortigen Homepage einen Link zu einem Statement zu veröffentlichen, das Samsung vom Vorwurf der Plagiaterie beim Design seiner Galaxy Tabs freispricht. Seit knapp einer Woche finden sich dieser Link und das Statement auch tatsächlich online, allerdings ist ersterer ziemlich klein und letzeres eher eine Lobeshymne an Apple Produkte, denn eine Richtigstellung. Das finden auch die Richter des Londoner High Courts und so muss Apple nun noch mal nacharbeiten.

Wir waren vergangenen Donnerstag, als das erwartete Statement auf apple.com/uk tatsächlich online ging, selbst hin und her gerissen zwischen Bewunderung für die Finesse von Apples PR-Abteilung und Empörung über die Dreistigkeit derselben: Statt, wie gerichtlich gefordert eine Richtigstellung zu veröffentlichen, die klar stellt, dass Samsungs Galaxy Tabs keine Kopien des iPads sind, hatte man ein Pamphlet verfasst, das vorrangig Apple-Produkte als unnachahmlich cool bewarb und den richterlichen Beschluss zwischen den Zeilen gar implizit als falsch, vor allem in Anbetracht der Urteile in anderen Ländern, darstellte.

Da hat Apple die Rechnung nun aber ohne die Londoner Richter gemacht — die sind über das Ergebnis nämlich „not amused“ und haben Apple, wie der Guardian berichtet, nun zum Nacharbeiten verdonnert: Innerhalb von 48 Stunden muss das Statement umgeschrieben werden und in einer Schriftgröße von mindestens 11 Punkt bis zum 14. Dezember (schön, zum Weihnachtsgeschäft) direkt auf der Homepage platziert werden — nicht mehr versteckt hinter einem Mini-Link im Footer der Seite … so, das kommt davon, wenn man sich mit britischen Richtern anlegt!

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Apple hat laut Guardian sofort dagegen gehalten, dass eine solche Maßnahme mindestens zwei Wochen in Anspruch nehmen würde — was die Herren Richter Lord Justice Longmore, Lord Justice Kitchin and Sir Robin Jacob wiederum als extrem unglaubhaft abschmetterten. Die drei Herren sind also richtig sauer, Sir Robin Jacob wird gar dahingehend zitiert, dass Apples aktuelles Statement „schlicht einen Verstoß gegen das ursprüngliche Urteil“ darstelle.

Nur 48 Stunden haben Eddie Murphy und Nick Nolte mehrfach gereicht, um böse Buben zu stellen, sollten und müssen also auch für die aus Richtersicht bösen Buben aus Cupertino nun Zeit genug sein, eine angemessene Richtigstellung zu entwerfen.

theguardian [via engadget]

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