Apple Watch bremst Schweizer Uhrenindustrie: Fünf vor Zwölf für Luxus-Chronometer

Ansgar Warner 50

Seit dem Start der Apple Watch erleiden die Schweizer Uhrmacher starke Umsatzeinbrüche. Sie setzen als Antwort auf eigene Smartwatches, und mehr Luxus.

Apple Watch bremst Schweizer Uhrenindustrie: Fünf vor Zwölf für Luxus-Chronometer
Bildquelle: Blake Patterson (cc-by-2.0).

„Switzerland is in trouble“, prophezeite Apples Chef-Designer Jonathan Ive schon Ende 2014. Da war die Apple Watch noch nicht einmal offiziell gestartet, doch schon damals schien klar: als Design- und Luxusprodukt würde Apples neue Smartwatch auch für viele Liebhaber exklusiver Zeitmesser attraktiv sein. Zwei Monate nach dem offiziellen Launch der Apple Watch ist die Schweiz tatsächlich in Schwierigkeiten. Um 9 Prozent brachen die Umsätze seit April 2015 ein, meldete jetzt der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS).

Besonders betroffen waren Uhren aus Stahl, doch auch bei Gold und anderen Edelmetatall-Varianten geht es bergab. Für die disruptive Wirkung der Apple Watch spricht auch, dass die Verluste der Eidgenossen am stärksten in den oberen Preiskategorien stattfanden, und Märkte in Nordamerika und Asien besonders betroffen sind.

Eine Abwehrstrategie scheint klar zu sein: die Schweizer Uhrmacher wollen erst recht auf handwerkliche Qualität und Langlebigkeit setzen. Das schließt Hybrid-Lösungen nicht aus, wie etwa das E-Strap von Montblanc zeigt, ein smartes Armband, das mit klassischen Uhren kombiniert wird. Die Mechanik selbst wird ebenfalls smarter, so setzt das Unternehmen HYT etwa auf hydro-mechanische Antriebe.

Auch die Wandlung der Schweizer Uhr zum veritablen IT-Produkt hat begonnen: schon Anfang des Jahres kündigte Swatch an, eine eigene Smartwatch zu entwickeln, die mit Android und Windows kompatibel sein soll. Zwei weitere Features kann man getrost als Kampfansage in Richtung Cupertino deuten: die smarte Swatch soll eine besonders lange Akkulaufzeit haben, und garantiert nicht mit iOS-Geräten zusammenarbeiten.

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