Der Streit zwischen Apple und dem FBI wird uns wohl noch einige Zeit begleiten. Das Unternehmen will, dass der amerikanische Gesetzgeber letztendlich eine Entscheidung treffen wird.

 

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Der Streitpunkt zwischen dem FBI und Apple lässt sich so zusammenfassen: Die Behörden haben ein iPhone 5c des Täters des Anschlags im kalifornischen San Bernardino sichergestellt und möchten Zugriff auf die auf dem Gerät gespeicherten Informationen. Diese sind allerdings aufgrund eines aktivierten Passcode verschlüsselt. Apple könnte dem FBI durch Modifikationen des iOS helfen, möchte dies aber nicht: Wenn es dies einmal ermöglichte, würde es zahlreiche weitere entsprechende Anfragen geben, so dass das Schutzniveau der Daten aller Kunden letztendlich leiden würde. Schon jetzt soll es mehrere entsprechende Anfragen des FBI geben; es handelt sich also nicht um einen Einzelfall.

Die Associated Press berichtet nun, dass Apple argumentiert, dass die Frage, ob das Unternehmen den Behörden helfen muss, nicht von Gerichten, sondern vom US-Kongress entschieden werden sollte – denn der „All Writs Act“ aus dem Jahr 1789, über den sich Unternehmen dazu verpflichten lassen, Behörden bei Ermittlungen zu helfen, sei für den vorliegenden Fall nicht geeignet.

Wie der US-Kongress die Frage entscheiden würde, steht natürlich in den Sternen: In der Vergangenheit haben Politiker immerhin mehrfach gefordert, den Datenschutz insoweit einzuschränken, als dass IT-Unternehmen in Betriebssystemen eine „Hintertür“ („Backdoor“) integrieren oder einen „Generalschlüssel“ bereithalten sollten, um Zugriff durch Behörden zu ermöglichen. Andererseits hat Apple in den letzten Jahren seine Lobby-Arbeit in Washington stark ausgeweitet.

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

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