Apple will Republikaner-Parteitag wegen Donald Trump nicht unterstützen

Florian Matthey 2

Apple unterstützte in den letzten Jahren verstärkt gesellschaftsliberale Anliegen, zeigte sich parteipolitisch aber weitgehend neutral. Jetzt soll das Unternehmen dem republikanischen Parteitag die Unterstützung verweigern – wegen Donald Trump.

Apple will Republikaner-Parteitag wegen Donald Trump nicht unterstützen
Bildquelle: Gage Skidmore.

Politico will aus namentlich nicht genannten Quellen erfahren haben, dass Apple den diesjährigen Parteitag der Republikaner weder mit Sach- noch mit Geldspenden unterstützen möchte. Im Jahr 2008 hatte das Unternehmen noch 140.000 Dollar und MacBooks für die Parteitage der Republikaner und der Demokraten bereitgestellt, 2012 hatte es ebenfalls MacBooks an die Parteien verliehen – allerdings kein Geld gespendet.

Der Grund für die diesjährige Absage an die Republikaner soll der Präsidentschaftskandidat Donald Trump sein: Apple möchte sich offenbar nicht mit dessen kontroversen Aussagen über Muslime, andere Minderheiten und Frauen in Verbindung bringen lassen. Gerade die Aussagen über Muslime und Zuwanderung durch den Milliardär Trump seien vielen IT-Unternehmen in Silicon Valley ein Dorn im Auge – immerhin haben diese den Anspruch, die besten potentiellen Mitarbeiter der Welt gewinnen zu können, wofür Zuwanderung eine Voraussetzung ist.

Weder Apple noch Trumps Kampagne wollten sich direkt zu dem Thema äußern. Auch ist noch nicht bekannt, ob und inwieweit Apple den demokratischen Parteitag und die Kandidatin Hillary Clinton unterstützen will. Allerdings sprechen die Informanten von Politico nicht davon, dass Apple dieses Jahr gar keine Partei unterstützen möchte.

Andere IT-Unternehmen zeigen sich derweil uneins über den Umgang mit Trump: Google will erneut beide Parteien unterstützen, Microsoft spendet Computer und Software an die republikanische Partei, will aber anders als in der Vergangenheit kein Geld spenden. Facebook will den Republikanern Geld und personelle Unterstützung anbieten, gleichzeitig hat sich CEO Mark Zuckerberg aber negativ über Trumps Aussagen über Immigration geäußert. Hewlett-Packard wird – wie wohl auch Apple – den Republikanern in diesem Jahr anders als 2012 die Unterstützung verweigern.

Die „Beziehung“ zwischen Donald Trump und Apple ist derweil nicht nur wegen Meinungsverschiedenheiten über einzelne Themen vorbelastet: Während des Streits zwischen Apple und dem FBI hatte Trump bekanntlich sogar dazu aufgerufen, Apple-Produkte zu boykottieren.

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