Apple-Wörterbuch: Schülerin beschwert sich über "Gay"-Eintrag - Apple reagiert

Florian Matthey

Im Netz macht aktuell eine relativ skurrile Apple-Meldung die Runde: Eine junge Amerikanerin beschwerte sich bei dem Unternehmen über eine anstößige Passage zum Wort „Gay“ im iOS- und OS-X-Wörterbuch. Apple hat prompt reagiert und den Eintrag angepasst.

Die High-School-Schülerin Becca Gorman ärgerte sich, als sie das Wort „gay“ im OS-X-Wörterbuch nachschlagen wollte. Dort befinden sich die bekannten Definitionen - ursprünglich bedeutete das Wort in erster Linie „farbenfroh“ oder „glücklich“, heutzutage lautet die Bedeutung meistens „homosexuell“, also „schwul“ oder „lesbisch“.

Wie im Deutschen benutzen einige Personen das Wort aber aber auch im Englischen abwertend als Synonym für diverse negative Begriffe, also für „schlecht“, „dumm“ oder ähnliches. Auch diese Definition muss sich in einem umfassenden Wörterbuch befinden, allerdings ist dann auch ein Zusatz wie „anstößig“ oder „abwertend“ angebracht. Im Apple-Wörterbuch stand jedoch lediglich „informal“, also „informell“ oder „umgangssprachlich“.

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Gorman, die Tochter zweier lesbischer Frauen ist, ärgerte sich über diesen Umstand und beschwerte sich in einer an den CEO Tim Cook adressierten E-Mail bei Apple. Die Benutzung des Wortes „gay“ als Synonym für negative Adjektive sei „nicht okay“ und müsste aufhören; täglich fühlten sich Menschen dadurch verletzt.

Andere abwertende Ausdrücke seien in dem Wörterbuch auch als solche gekennzeichnet, weswegen dies auch bei „gay“ der Fall sein müsse. Sie gehe davon aus, dass Apple ein Unternehmen sei, dass sich für die Belange von Schwulen und Lesben einsetze und fordere deswegen eine Änderung.

Apple rief die Schülerin zurück und erklärte ihr, dass das Unternehmen selbst über den Eintrag überrascht sei. Das Wörterbuch hat Apple nicht selbst kompiliert; die Inhalte stammen aus dem New American Oxford Dictionary. Mittlerweile ist der Eintrag tatsächlich geändert, Apple hat die Erklärung „often offensive“, also „oft beleidigend“ hinzugefügt.

Apple hat sich in der Vergangenheit öfters für die Rechte Homosexueller und Transsexueller ausgesprochen; zuletzt forderte Tim Cook in einem Zeitungsbeitrag eine Ausweitung des Schutzes durch das US-Recht gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz auf Schwule, Lesben und Transsexuelle. Es ist also davon auszugehen, dass das Unternehmen den Oxford-Beitrag tatsächlich einfach ungeprüft übernommen hat.

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