Apples Zulieferer-Regeln: Keine Toleranz mehr für "Schuldknechtschaft"

Florian Matthey 6

Apple hat auch in diesem Jahr einen Bericht zu Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern veröffentlicht. Außerdem hat das Unternehmen seine bisherigen Regeln verschärft: Wer einen Job bekommt, darf dafür nicht mehr zunächst eine „Gebühr“ bezahlen.

Apples Zulieferer-Regeln: Keine Toleranz mehr für "Schuldknechtschaft"

Jobs bei Apples Zulieferern - wie bei Foxconn in China - sind so begehrt, dass es offenbar nicht unüblich ist, dass Arbeiter zunächst für ihre Anstellung bezahlen müssen, statt von vorne herein Gehalt zu bekommen. Das bringt die Arbeiter zumindest für eine gewisse Zeit in ein noch stärkeres Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Arbeitgeber - oft stehen sie beim Arbeitgeber durch die „Gebühr“ in der Schuld, bevor sie jemals ein Gehalt bekommen haben. Eine moderne Form der Schuldknechtschaft.

In einem gewissen Umfang hat Apple eine solche Praxis bislang toleriert: Die „Gebühr“ sollte lediglich nicht „exzessiv“ sein, also nicht so hoch wie ein Monatsgehalt oder mehr. Apples Senior Vice President für den Bereich Operations, Jeff Williams, hat jetzt jedoch neue Regeln verkündet: In Zukunft sollen Arbeiter überhaupt keine „Gebühr“ mehr für ihre Anstellung bezahlen dürfen.

Den Zulieferern hat Apple die neue Regeländerung bereits im Oktober 2014 mitgeteilt. Jeder Zulieferer, dessen Geschäftspartner die Praxis anwenden, muss von nun an jeden betroffenen Arbeiter im vollen Umfang für die „Gebühren“ entschädigen. Apples Zulieferer sollen von der Regeländerung zum Teil nicht begeistert gewesen sein, jedoch haben sie alle akzeptiert. Apple hatte Ende letzten Jahres erste Audits bei Zulieferern durchgeführt und noch einige Verstöße entdeckt, wiederholte Verstöße habe es bislang aber nicht gegeben.

Der komplette „Supplier Responsibility 2015 Progress Report“ lässt sich auf Apples Website als PDF-Datei herunterladen.

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