BBC-Dokumentation kritisiert Arbeitsbedingungen bei iPhone-Produktion

Florian Matthey 14

Wieder einmal steht Apple wegen Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in der Kritik. Ein Team der BBC hat sich den Alltag der Arbeiter beim Apple-Partner Pegatron genauer angesehen und zahlreiche Verletzungen von Vorschriften festgestellt.

BBC-Dokumentation kritisiert Arbeitsbedingungen bei iPhone-Produktion

Ein Team des britischen Fernsehsenders BBC ist nach China gereist, um die Arbeitsbedingungen beim Apple-Partner Pegatron zu überprüfen. Dieser stellt unter anderem das iPhone 6 her. Das BBC-Team hat einen chinesischen Mann als Arbeiter in das Unternehmen eingeschleust; dieser konnte von seinen Erfahrungen berichten und heimlich Aufnahmen in der Fabrik machen.

Hauptkritikpunkt ist, dass die Arbeiter bei Pegatron deutlich länger arbeiten müssten, als es eigentlich erlaubt sei - manchmal mehr als 16 Stunden am Stück. Als Folge dessen würden die Arbeiter häufig am Arbeitsplatz einschlafen - um dann von Aufsichtspersonen ermahnt zu werden, dass sie sich an den Maschinen selbst gefährden, wenn sie an ihrem Platz schafen.

Die eingeschleuste Person hatte keinen Einfluss darauf, wie ihre Arbeitszeiten aussehen könnten. Pegatron lasse die Arbeiter zwar Fragebogen ausfüllen, auf denen sie sich bereit erklären können, Nachtschichten zu übernehmen; letztendlich überlasse ihnen das Unternehmen aber keine Wahl. Auch mit anderen Mitteln übe Pegatron Druck aus; beispielsweise wurde der BBC-Kontaktperson bei der Anstellung ihr Ausweis weggenommen.

Apple selbst hat sich zu dem Bericht bereits geäußert: Das Unternehmen kenne keine andere Firma, die sich so sehr für die Verbesserungen von Arbeitsbedingungen bei Zulieferern einsetze. Man arbeite weiter mit Zulieferern zusammen und habe bereits starke Verbesserungen erreicht, sei sich aber auch bewusst, dass es immer noch Mängel gebe und die Arbeit nie abgeschlossen sei. Kurze Schlafzeiten in Pausen seien in Fabriken üblich, Einschlafen am Arbeitsplatz sollte jedoch nicht vorkommen, so Apple weiter. Im Schnitt arbeiteten die Pegatron-Mitarbeiter 55 Stunden die Woche.

Doch nicht nur Apples direkte Montage-Partner wie Pegatron kommen in der BBC-Dokumentation vor. Die Journalisten haben sich noch einen weiteren Aspekt angesehen: Es gebe Hinweise darauf, dass Zinn aus illegalen Minenarbeiten seinen Weg in Apple-Produkte finde. In diesen Minen arbeiteten auch Kinder bei erheblichen Gesundheitsgefahren. Die BBC nennt das Beispiel eines 12-jährigen Jungen in Indonesien, der am Fuße eines 20-Meter-Kliffs arbeitet - ständig in Angst, dass es zu Erosionen über ihm kommen könnte.

Apple ist in den letzten Jahren mehrmals wegen Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in die Kritik geraten. In Folge dessen zeigte sich das Unternehmen immer wieder um Transparenz bemüht und berichtete selbst in jährlichen Berichten über zahlreiche Verbesserungen.

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