Blindenvereinigung fordert mehr Unterstützung von Apple

Julien Bremer 23

Apple bemüht sich, seine Geräte so zu konzipieren, dass auch seh- und hörgeschädigte Menschen sie bedienen können. Doch ein Verband, der sich für die Rechte für Blinde in den USA einsetzt, geht das nicht weit genug: Er droht, das Unternehmen zu verklagen.

Blindenvereinigung fordert mehr Unterstützung von Apple

Nicht zuletzt in der „Mein Vers“-Werbung mit der gehörlosen Reisebloggerin Cherie King macht Apple deutlich, auch körperlich eingeschränkte Menschen zu berücksichtigen.

Doch bei Apps von Drittanbietern liegt es an den jeweiligen Entwicklern, die Anwendungen auch für Menschen mit Behinderungen zu optimieren. Oftmals wird dies vernachlässigt, sehr zum Ärger der betroffenen Nutzer. Wie Reuters berichtet, fordert die amerikanische National Federation of the Blind (NFB) Apple dazu auf, mehr Maßnahmen zu ergreifen.

Als Beispiel ist im Bericht die App von LinkedIn aufgeführt. Die Idee dahinter sei prinzipiell sehr gut, allerdings ist sie für blinde Menschen nicht benutzbar, da sie VoiceOver nur ungenügend unterstützt. Sehgeschädigte Menschen würden somit bei der Jobsuche über die Anwendung ausgeschlossen werden. Dies sei nur eine von unzähligen Apps, die bloß unzureichend für Menschen mit Einschränkungen optimiert sind.

LinkedIn
Preis: Kostenlos

Die NFB regt daher an, Apps mit einer mangelhaften Unterstützung gar nicht erst für den App Store zuzulassen. Wenn es zu keiner zufriedenstellenden Lösung kommen sollte, droht die Vereinigung sogar mit einer Klage gegenüber Apple.

Zuletzt verklagte der NFB Apple vor sechs Jahren. Damals war es iTunes, das für blinde Nutzer nicht ausreichend bedienbar war. Daraufhin hat Apple all seine Anwendungen und Menüs mit VoiceOver bestückt. Der Konzern stellt für Entwickler immerhin Richtlinien zur Unterstützung von Blinden, aber diese ist nicht bindend. Viele Entwickler vernachlässigen daher eine VoiceOver-Unterstützung ihrer Apps oder denken schlicht und ergreifend nicht dran.

via reuters

 

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