Enthüllungsbuch: Apples Europa-Zentrale ist eine „Hühnerfarm“ mit „Klozeiten“

Florian Matthey 4

Apple rühmt sich mittlerweile damit, für gute Arbeitsbedingungen bei Zulieferern zu sorgen. Jetzt kritisiert eine Mitarbeiterin das Unternehmen in einem Buch für die Behandlung seiner eigenen Angestellten – in der Europa-Zentrale im irischen Cork.

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Die österreichische IT-Expertin und Wirtschaftsinformatikerin Daniela Kickl arbeitet seit Sommer 2014 in Apples Europa-Zentrale in Cork – diese Woche hat sie dort ihren letzten Arbeitstag. Nächste Woche erscheint ihr Buch „Apple intern – Drei Jahre in der Europa-Zentrale des Technologie-Multis“ im österreichischen Verlag edition a. Offenbar hat Kickl nicht viel Gutes zu berichten.

Kickl war bei Apple als Support-Mitarbeiterin tätig; zunächst im Bereich Technical Support, dann im Bereich Customer Support. Zumindest bezüglich dieser Jobs hält sie Apple für keinen guten Arbeitgeber: Kreativität und Individualität seien nicht gefragt, Mitarbeiter müssten „wie in Hühnerfarmen funktionieren, reglementiert, überwacht und auf Zahlen reduziert“. Kickl berichtet, sich mit einem Dossier über die Missstände in Cork an Tim Cook und weitere Apple-Manager gewendet zu haben, ohne eine Antwort zu bekommen.

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Kickl berichtet, dass bei Apple nicht erreichte Ziele direkt mit negativen Konsequenzen verbunden seien; sogar im Falle einer Krankheit würde das Unternehmen das Gehalt zusammenstreichen. Es gebe „Klozeiten“: Angestellte dürften nur acht Minuten am Tag auf die Toilette gehen. Die Folge seien Demotivation und Burnouts, in manchen Fällen sogar Suizide.

Nicht auszuschließen ist, dass die Autorin als künftige Ex-Mitarbeiterin ein Bedürfnis hat, mit ihrem bisherigen Arbeitgeber „abzurechnen“. Es bleibt abzuwarten, ob und wie Apple auf das Buch reagieren wird.

Quellen: OTS, edition a

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