China Labor Watch kritisiert erneut die Arbeitssituation in China

Holger Eilhard 2

Die Lage der Angestellten bei Apples Lieferanten in China war bereits in der Vergangenheit mehrmals von der China Labor Watch aus New York kritisiert worden. Nun hat die Organisation die Situation beim Lieferanten Pegatron genauer unter die Lupe genommen.

China Labor Watch kritisiert erneut die Arbeitssituation in China

In einem 46 Seiten langen Dokument kritisiert die China Labor Watch (PDF, via CNET) die Lage der Pegatron-Fabrik in Shanghai, in der Apples iPhone 6s produziert wird.

Im September hatte die Organisation einen Mitarbeiter eingeschleust, der sich die Situation in der Fabrik genauer ansehen sollte. Während der Zeit lief die Produktion aufgrund des neu vorgestellten iPhone 6s auf Hochbetrieb. Rund 100.000 Mitarbeiter sollen alleine in dieser Produktionsstätte beschäftigt sein. Laut Apples eigener Website werden an dem Standort iPhones und iPads gefertigt.

Laut dem verdeckt arbeitenden Mitglied der China Labor Watch (CLW) verdienen die Arbeiter rund 1,85 US-Dollar pro Stunde und müssen daher lange Überstunden in Kauf nehmen, um den Lebensunterhalt verdienen zu können. Eine normale Schicht dauert 9 Stunden, aber zwischen September und Dezember werden mindestens 20 Überstunden pro Woche fällig. Dies sorgt für ein monatliches Einkommen von rund 753 US-Dollar.

Apple selbst untersucht regelmäßig die Situation bei seinen Lieferanten und veröffentlicht einen entsprechenden Report auf der eigenen Webseite. Laut Apples Richtlinien sollen die Mitarbeiter der Lieferanten nicht mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten.

Im vergangenen Jahr folgten 92 Prozent der Lieferanten dieser Regelung, mit Ausnahme des Septembers – in Vorbereitung auf die Auslieferung des iPhone 6. Hier waren es nur noch 75 Prozent der Lieferanten, die sich an die Regel hielten.

Laut Untersuchungen in der Pegatron-Fabrik in Shanghai, bei der die Stunden von 76 Mitarbeitern zusammengetragen wurden, haben nur 42 Prozent 60 Stunden oder weniger gearbeitet.

Des Weiteren kritisierte die China Labor Watch die Wohnsituation der Arbeiter. Nach jeder Schicht werden die Mitarbeiter mit Shuttle-Bussen in einer 30-minütigen Fahrt zu ihren Unterkünften gefahren. In diesen Unterkünften teilen bis zu 14 Arbeiter ein Zimmer.

Auch die Sicherheitsvorkehrungen von Pegatron lassen laut der CLW zu wünschen übrig. Trainings sind nicht vorhanden und auch auf Nachfrage wurde dem Mitarbeiter nicht gesagt, wo die Notausgänge sind. Die Suche des verdeckten Ermittlers nach diesen blieb ohne Erfolg.

Die China Labor Watch konnte aber auch einige positive Änderungen seit 2013 berichten. Diskriminierte Pegatron damals noch potentielle Mitarbeiter, die etwa älter als 35 Jahre waren oder ihre Haare färbten, ist dies mittlerweile nicht länger der Fall.

Der vollständige Report kann als PDF von der Website der China Labor Watch heruntergeladen werden.

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