Drakonische Strafen: So hart geht Apple gegen Geheimnisverräter vor

Thomas Konrad 4

Nicht selten haben in der Vergangenheit Apples eigene Mitarbeiter Informationen über künftige Produkte ausgeplaudert. Welche Konsequenzen das nach sich zieht, hat Apple in einer Nachricht an alle Mitarbeiter klargestellt – es gibt drakonische Strafen! 

Drakonische Strafen: So hart geht Apple gegen Geheimnisverräter vor

Die Bilanz aus dem Jahr 2017: 29 Leaker – Mitarbeiter, die interne Informationen der Öffentlichkeit verraten – habe Apple insgesamt erwischt. Zwölf davon seien sogar verhaftet worden, heißt es in dem internen Memo. Die Nachricht hatte Apple im firmeneigenen Blog veröffentlicht; eine Kopie liegt dem US-Portal Bloomberg vor.

Das Memo soll Mitarbeiter davon abschrecken, auch in Zukunft geheime Informationen auszuplaudern. Die Botschaft ist deutlich: Wer Informationen preisgibt, verliert nicht nur seinen Job, schreibt Apple. Es könne außerdem „extrem schwierig“ werden, woanders einen neuen Job zu finden. In manchen Fällen drohe ein Gefängnisaufenthalt und saftige Geldstrafen – je nach Rechtsgrundlage.

Apple stellt klar: Geheimnisverräter werden schneller erwischt als jemals zuvor

Das Memo beginnt mit einem konkreten Fall: Apple konnte im vergangenen Monat die Person ausfindig machen, die Informationen aus einem Meeting über die Zukunft von iOS an die Presse verriet. Der Leaker habe Apple später erklärt, dass er nicht damit gerechnet habe, erwischt zu werden. „Doch Mitarbeiter, die Informationen verraten – ob Apple-Angestellte, Vertragspartner oder Zulieferer – werden erwischt, und das schneller als je zuvor“, stellt Apple klar.

Apple setzt bei den Untersuchungen auf digitale Forensik, eine Art digitale Spurensuche nach den Fußstapfen der Täter. So konnte das Unternehmen unter anderem klären, welcher Mitarbeiter kurz vor dem Apple-Event im September 2017 einen Link zur finalen Version von iOS 11 an die Presse weitergab.

Kein Geheimnis, aber trotzdem nicht jedem bekannt – die Top-Features von iOS 11 (Video unten).

Fünf Top-Features in iOS 11.

Apple: Darum schaden Leaks dem Unternehmen

Wenn Informationen über künftige Produkte bekannt werden, schade das den Verkaufszahlen aktueller, aber auch zukünftiger Geräte, erklärt Apple. Durch Leaks hätten Konkurrenten außerdem mehr Zeit, um sich auf die Neuigkeiten einzustellen und passende Antworten zu liefern. Apples Marketing-Vizepräsident Greg Joswiak fügt hinzu: „Wir wollen die Möglichkeit haben, unseren Kunden zu erklären, warum ein Produkt großartig ist; das soll für uns kein anderer auf schlechte Weise machen.“

In einem internen Briefing hatte Apple im Sommer des letzten Jahres bereits angekündigt, stärker gegen Produkt-Leaker vorzugehen. Kurios: Wie im aktuellen Fall sickerten auch damals vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit.

Quelle: Bloomberg

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