EU hat Apple im Visier: Beliebtes iPhone-Feature könnte verboten werden

Johann Philipp 9

Die EU startet eine Untersuchung gegen Apple und könnte ein Feature verbieten, das es seit dem iPhone 5 gibt. Die Diskussion um das Thema gibt es schon seit Jahren, bisher ist wenig passiert. Das soll sich jetzt ändern.

EU könnte Apples Lightning-Anschluss im iPhone verbieten

„Kann ich mein Handy bei dir aufladen?“ – diese einfache Frage führt mitunter zu Problemen, denn der Stecker passt häufig nicht. Wenn es nach der EU geht, könnte sich das ewige Kabel-Chaos bald auflösen. Schon seit Jahren möchte die EU-Kommission die Hersteller dazu verpflichten, einheitliche Anschlüsse in ihren Geräten zu verbauen.

Die EU-Kommissarinnen für Wettbewerb und Binnenmarkt, Margrethe Vestager und Elzbieta Bienkowska bringen das Thema nun erneut auf den Tisch: Eine Untersuchung soll klären, ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.

„Zusätzliche Maßnahmen“ könnten im Extremfall auch ein Verbot bedeuten. Denn die Vereinheitlichung der Ladegeräte ist noch längst nicht so weit fortgeschritten, wie man sich das in Brüssel wünscht.

Bereits 2009 haben alle großen Hersteller versprochen, die Ladekabel bis 2011 zu vereinheitlichen. Das Ziel lautete schon damals, dass Nutzer mit einem Ladegerät alle Handys aufladen können sollten. Sieben Jahre später sind wir von dem Ziel allerdings immer noch weit entfernt, auch wenn sich die Situation schon etwas verbessert hat. 2012 wurde die Erklärung erneuert und die Hersteller setzten USB-C als Industriestandard fest.

Wenn ihr euer Handy kabellos aufladen könnt, müsst ihr euch über die Stecker keine Sorgen mehr machen:

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Warum gibt es noch kein iPhone mit USB-C?

Die vereinbarte Verpflichtung bedeutet nicht zwingend, dass das Gerät einen USB-C-Port besitzen muss, denn die Hersteller beziehen sich auf die Kabel: Nur auf einer Seite muss USB-C sitzen, auf der anderen können die Hersteller weiterhin eigene Anschlüsse einsetzen. Das reicht der EU nicht, sie hätte am liebsten nur noch einen einzigen Standard, um weniger Elektroschrott zu produzieren.

Heute sieht man beim Ladeanschluss vor allem eine Trennung zwischen Apple und Android: Seit dem iPhone 5 setzt Apple auf den eigenen Lightning-Anschluss, in der Android-Welt trifft man bei neuen Geräten meist auf USB-C, bei älteren Modellen auf micro-USB.

Die Frage ist nur noch, welcher Anschluss am Ende gewinnt. Entscheidet sich Apple zukünftig, auch USB-C zu verwenden? Dann dürfte das Problem von ganz allein gelöst sein. Was vor einiger Zeit noch undenkbar war, scheint mit ein bisschen Druck der EU gar nicht mehr so unrealistisch zu sein.

Quelle: Winfuture, mspoweruser

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