Wie das FBI unter anderem Zugang zu dem iPhone des Attentäters aus San Bernardino erhalten hat, ist weiterhin unklar. Dies könnte möglicherweise auch in Zukunft so bleiben.

In den USA gilt mit dem sogenannten „Vulnerabilities Equities Process“ (VEP) in der Regel, dass die Behörden entdeckte Sicherheitslücken den Herstellern melden müssen, so dass diese zum Schutz der Anwender und ihrer Daten geschlossen werden können. Ausnahmen gibt es für die Polizeibehörden. Wie Reuters berichtet, sind diese Ausnahmen aber an keine konkrete Regeln gebunden.

Im aktuellen Fall geht es um die unbekannte Methode, die das FBI einsetzt um die Schutzmaßnahmen in Apples iPhone zu umgehen. Während Apple gerne die Details erfahren würde, sträubt sich das FBI dagegen ihre Errungenschaft preiszugeben.

Der Schiedsrichter in diesem Streit könnte nun eine Gruppe des Weißen Hauses sein, die sich mit der Untersuchung in derartigen Fällen beschäftigt. Sollte es wirklich dazu kommen, dass eine Untersuchung stattfindet, ist eine Veröffentlichung der Sicherheitslücke aber trotzdem sehr unwahrscheinlich.

Experten vermuten, dass das FBI nicht dazu gebracht wird, ihre Methode zu veröffentlichen, da man direkten Zugriff auf ein betroffenes Gerät haben muss und sich die Lücke nicht aus der Ferne ausnutzen lässt. Eine akute Gefahr für die iOS-Nutzer bestehe also nicht.

Apple könnte aber einen anderen Weg wählen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. So hat das US-Justizministerium in einem weiteren Fall in New York ein Gericht darum gebeten, Apple dazu zu zwingen ein iPhone zu entsperren.

Sollten sich die Behörden dazu entschließen, in diesem Fall fortzuschreiten, könnten Apples Anwälte im Rahmen der Ermittlungen darum bitten, die Methoden des FBI offenzulegen.

Es ist weiterhin umstritten wie das FBI den Schutz des iPhone 5c des Attentäters aus San Bernardino aushebeln konnte. Neben einer Hardware-Methode, bei dem der Speicher des Geräts kopiert wird, könnte es sich auch um eine Software-Variante handeln, die Zugriff auf die Daten erlaubte.

Das FBI soll nun auch anderen Behörden dabei helfen, weitere iPhones zu entsperren.

Holger Eilhard
Holger Eilhard, GIGA-Experte für iPhone, iPad, Mac und alles andere zum Thema Apple.

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