Friendly takeover: Wie Apple vom iPhone absorbiert wird

Ansgar Warner 25

Apple ist das iPhone, und das iPhone ist Apple – anders kann man es kaum sagen, wenn ein einziges Produkt 70 Prozent des Umsatzes ausmacht. Doch das birgt auch Gefahren, denn ein vergleichbarer Topseller ist nicht in Sicht.

Friendly takeover: Wie Apple vom iPhone absorbiert wird

Schöner als die Apple-Analysten von Above Avalon kann man es wohl kaum sagen: „Die Anziehungskraft des iPhones ist ganz einfach viel zu stark, als dass irgendein neues Produkt die notwendige Fluchtgeschwindigkeit erreichen könnte und mittelfristig zum nächsten großen Ding für Apple werden könnte“.

726 Millionen iPhones seit 2007

Mit anderen Worten: der Planet Apple ist derzeit der Planet iPhone, alles andere kreist um ihn herum. Nicht schlecht für ein Produkt, das erst seit knapp acht Jahren auf dem Markt ist. Apple selbst wird bald ja schon vierzig Jahre alt.

Die Erfolgbilanz des iPhones lässt sich in wenigen Zahlen anschaulich machen: es wurden bisher 726 Millionen Geräte verkauft, was einen Umsatz von fast 450 Milliarden Dollar einbrachte. Und die Erfolgsstory hat noch nicht mal ihren Höhepunkt erreicht: mittlerweile verkauft Apple 250 Millionen iPhones pro Jahr, was einem Drittel aller bisher abgesetzten Geräte entspricht.

iphone-umsatzanteil

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Top-10-Handys: Das sind die besten Kamera-Smartphones.

iPad & Mac nur noch „Randerscheinungen“?

Der besonders verkaufsstarke Launch von iPhone 6 und iPhone 6 Plus in China hat das Ungleichgewicht in der Firmenbilanz noch einmal kräftig verstärkt. Im ersten Halbjahr 2015 machten die iPhone-Umsätze insgesamt schon 69 Prozent von Apples gesamten Umsätzen weltweit aus. Eigentlich, so schreiben die Above-Avalon-Analysten, könnte man Apples Quartalsberichte in „iPhone-Quartalsberichte“ umbenennen. iPad oder Mac wären dagegen nur noch Randerscheinungen. Das werde in den nächsten fünf Jahren wohl auch so bleiben…

„Finde heraus, was als nächstes kommt“

Die Entwicklung berge Chancen und Risiken, so die Analysten. Der Cash-Flow aus den iPhone-Verkäufen könne zum Beispiel in die Entwicklung neuer Produkte gesteckt werden, etwa dem Projekt Apple Car. Immerhin würden die meisten Kunden derzeit alle zwei bis drei Jahre zwischen 600 und 700 Dollar in die neueste iPhone-Generation stecken. Zukünftig vielleicht auch in eine anderes Gadget? Ersatz für einen mächtigen Umsatztreiber wie das iPhone zu finden, sei auf jeden Fall äußerst schwierig. Mit der Einführung der Apple Watch habe Cupertino aber bereits einen respektablen Versuch gestartet. Getreu der Devise von Steve Jobs: „Just figure out what’s next“.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung