Hohes Wachstum für Apple: Das iPhone ist "Big in Japan"

Florian Matthey

Während Apple in jüngerer Vergangenheit immer wieder Erfolge in China hervorhebt, hat sich ein anderes Land überraschend zu Apple größtem Wachstumsmarkt gemausert: Japan. Im Land der aufgehenden Sonne boomt das iPhone; Apples Gewinnmarge ist dort besonders hoch.

Hohes Wachstum für Apple: Das iPhone ist "Big in Japan"

Apples Erfolg in Japan kommt auf den ersten Blick überraschend, da das Land eigentlich seit Jahrzehnten nicht mehr als großer Wachstumsmarkt gilt. Apple konnte in dem Land jedoch zuletzt ein deutliches Plus erzielen: Im Geschäftsjahr 2013 stieg der Umsatz des Unternehmens in Japan um 27 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar, in China und im Rest der Region Asien/Pazifik lag das Plus nur bei 12,8 und 4,1 Prozent. Für das Plus ist vor allem das iPhone verantwortlich.

Das Wall Street Journal zitiert einen Analysten, dem zufolge Apple im Jahr 2013 insgesamt 11 bis 12 Millionen iPhones verkaufen dürfte. Im Jahr 2012 waren es mit 5 bis 6 Millionen Exemplaren nur die Hälfte, 2014 könnten es 20 Millionen werden. Weltweit erwartet der Analyst für das iPhone für die Jahre 2013 und 2014 lediglich ein Plus in Höhe von 16 und 10 Prozent.

Dass gerade das iPhone so beliebt ist beschert Apple in Japan auch eine satte Gewinnmarge: Diese lag im Geschäftsjahr 2013 bei 50 Prozent, im Rest der Welt waren es lediglich 35 Prozent. Zuletzt konnte Apple Geräte nicht mehr zu so hohen Preisen verkaufen wie bisher, so dass die Marge eher rückläufig war. Nicht aber in Japan. Der Umsatz hätte in dem Land sogar noch höher ausfallen können, wenn der Yen im Vergleich zum Dollar nicht relativ schwach wäre.

Wie aber hat es Apple geschafft, in einer nicht sonderlich stark wachsenden Volkswirtschaft ein solches Plus zu erzielen? Das Wall Street Journal verweist darauf, dass Apple in Japan ein erfolgreiches Marketing für das iPhone betrieben habe; Das Gerät sei dort zu einem wichtigen Status-Symbol geworden. Gleichzeitig sei mit DoCoMo, dem größten Netzbetreiber des Landes, ein weiterer wichtiger Partner hinzugekommen. DoCoMo und seine Konkurrenten unterbieten sich nun mit Angeboten subventionierter iPhones in Verbindung mit Laufzeitverträgen, die das Gerät besonders attraktiv machen.

Im Zeitraum März bis September 2013 sei Apple mit 37 Prozent bereits eindeutiger Marktführer auf dem japanischen Smartphone-Markt gewesen, in Zukunft könnte der Marktanteil noch weiter steigen. Apples wohl wichtigster Konkurrent Samsung liegt in Japan lediglich auf dem vierten Platz - was auch daran liege, dass Japaner gegenüber koreanischen Produkten nicht sehr positiv eingestellt seien.

Allgemein dürfte Apples Wachstumspotential mit dem iPhone in Japan so groß sein, weil dort heimische Unternehmen traditionell den Markt beherrschen und die Kunden zurückhaltend gegenüber ausländischen Herstellern sind. Dem iPhone scheint die amerikanische Herkunft nun aber nicht mehr zu schaden.

Gleichzeitig ist Japan weiterhin ein reiches Land, so dass sich die Verbraucher dort - anders als in Schwellenländern wie China oder Indien - auch zu einem größeren Anteil ein Apple-Smartphone leisten können. Hinzu kommt, dass Laufzeitverträge mit subventionierten Geräten in Japan üblich sind, in den genannten Schwellenländern aber nicht.

Auch wenn Apple selbst China immer wieder als wichtigen Wachstumsmarkt betont, dürfte das Unternehmen weiterhin auch Japan auf dem Schirm haben. Alleine schon aufgrund der Größe des Marktes: Nach China, den USA und Indien ist Japan immerhin der viertgrößte Smarpthone-Markt der Welt. Hohe Marktanteile dürften sich deshalb auch spürbar in Apples Gesamtbilanz bemerkbar machen.

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