„Ich habe 1984 für Steve Jobs das Mac Phone gezeichnet“ (Ex-Apple CEO John Sculley)

Ansgar Warner 1

Das iPhone ist wichtigster Umsatztreiber für Apple, und hat eine lange Vorgeschichte. Steve Jobs träumte schon 1984 vom „Mac Phone“ für den Desktop, und ließ den damaligen Apple-CEO John Sculley Entwürfe zeichnen.

„Ich habe 1984 für Steve Jobs das Mac Phone gezeichnet“ (Ex-Apple CEO John Sculley)
Bildquelle: Pierre Cerveau.

Dem Ex-Apple-CEO John Sculley hat das Unternehmen viel zu verdanken – nicht nur die Verzehnfachung der Umsätze zwischen 1983 und 1993, sondern auch den Launch von direkt oder indirekt zukunftsweisenden Produkten wie dem Power Macintosh oder dem legendären iPad-Vorgänger Apple Newton.

„Steve Jobs war kein Zeichentalent“

Ein Produkt wurde aber in den Achtziger Jahren unter Sculley wohl zum Glück noch nicht realisiert: das von Steve Jobs angedachte Mac Phone, ein mit Bildschirm ausgestattetes High-End-Telefon für den Desktop, auf dem Mac-Software laufen sollte. Wie das Mac Phone ausgesehen haben könnte, versuchte kürzlich der in Thailand lebende Designer Pierre Cerveau mal sehr anschaulich nachzuempfinden. Doch es gab auch reale Entwürfe.

Seit neuestem wissen wir sogar, wer diese ersten Skizzen für das MacPhone auf Papier bannte: niemand anderes als der damalige Apple-CEO selbst. In einem Interview mit TechCrunch sagte Sculley: „Steve Jobs war kein Zeichentalent, er war ein Visionär, aber er konnte nicht zeichnen. Ich konnte zeichnen, schließlich hatte ich Design studiert. Deswegen hat Steve mir das MacPhone beschrieben, und ich habe dann die Zeichnung ausgeführt“.

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Zu den meisten Entwürfen sagte Jobs „Nein!“

Das sei dann eine Weile so gelaufen, erzählte Sculley, Jobs habe Modifikationen gefordert, etwa einen größeren Bildschirm, einen leicht veränderten Hörer, und die meiste Zeit habe der als radikaler Vereinfacher bekannte Apple-Gründer ganz einfach „Nein“ gesagt.  Am Ende hätte Apple dann noch Modelle produziert, und auch das Bild eines Prototypen habe Sculley mal zu sehen bekommen. Dann passierte erst einmal gar nichts mehr.

Die iPhone-Entwicklung sollte bekanntlich erst zwanzig Jahre später unter dem Codenamen „Project Purple“ beginnen, zu diesem Zeitpunkt hieß der CEO Steve Jobs. Mittlerweile erzielt Apple sogar zwei Drittel der Umsätze mit der mobilen Variante des Mac Phones. Für John Sculley ein Grund, dem 2011 verstorbenen Apple-Gründer noch einmal mächtig Tribut zu zollen: „Die beste Definition für ein Genie lautet: jemand, der das Offensichtliche bereits 20 Jahre eher erkennt als der Rest von uns“.

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