Indische Regierung will Apple Verkauf gebrauchter iPhones nicht erlauben

Florian Matthey 1

Tim Cook pflegte kürzlich mit einer Reise Kontakte in Indien. Dennoch bleibt die Situation in dem Land schwierig: Die Regierung erschwert nicht nur die Eröffnung von Apple Stores, sondern will jetzt auch Verkauf generalüberholter iPhones nicht zulassen.

Indische Regierung will Apple Verkauf gebrauchter iPhones nicht erlauben
Bildquelle: @tim_cook bei Twitter.

Die indische Website LiveMint berichtet, dass die indische Regierung Apple wohl nicht erlauben wird, „generalüberholte“ iPhones in Indien zu verkaufen. Die zuständige Handels- und Industrie-Ministerin Nirmala Sitharaman erklärte in einer Pressekonferenz, dass es die Regierung nicht befürworte, wenn ein Unternehmen gebrauchte Telefone in dem Land verkauft.

Eine Erlaubnis, generalüberholte iPhones in Indien zu verkaufen, wäre für Apples Wachstumschancen in dem Land sehr wichtig gewesen: Die aktuellen iPhone-Modelle sind für die allermeisten Inder zu teuer; sie kosten in dem Land mehr als in den USA und sogar mehr als in Europa. Laut Apple-CEO Tim Cook sind dafür vor allem Hindernisse wie Zölle und Steuern verantwortlich. Ältere Modelle kann Apple in dem Land zwar günstiger anbieten – vor einigen Monaten verkaufte das Unternehmen das iPhone 5s in Indien zu einem stark reduzierten Preis von rund 300 Euro. Allerdings haben die meisten Inder offenbar auch kein Interesse daran, ein altes iPhone-Modell zu kaufen.

Generalüberholte iPhones sind beispielsweise solche, die Kunden wegen eines Defekts an Apple zurückgegeben haben. Apple setzt die Geräte dann in einen (zumindest nahezu) neuwertigen Zustand zurück, um sie dann vergünstigt zu verkaufen. Da es sich hier auch oft um neue Modelle handelt, die Kunden während der Garantielaufzeit bei Apple eingereicht haben, könnte Apple gerade mit diesen Geräten versuchen, in Indien Marktanteile zu gewinnen.

Indische Gesetze stehen dem allerdings entgegen, weil durch gebrauchte Geräte aus anderen Ländern in Indien mittelfristig mehr Elektroschrott anfällt, in diesen Ländern aber weniger – es soll verhindert werden, Elektroschrott zu „exportieren“. Ausnahmegenehmigungen wären aber möglich, so dass Apple im März einen entsprechenden Antrag stellte. Diesen wird die Regierung jetzt wohl ablehnen.

Tim Cook war vor zwei Wochen überraschend lange nach Indien gereist, um sich mit zahlreichen Wirtschafts- und Regierungs-Vertretern des Landes zu treffen. Bereits zum zweiten Mal traf er auch den Premierminister Narendra Modi.

Das Pflegen der Regierungskontakte scheint allerdings in zwei wichtigen Punkten nicht den gewünschten Erfolg zu bringen – zumindest nicht unmittelbar: Neben der drohenden negativen Entscheidung bezüglich gebrauchter iPhones stellt sich die Regierung auch in Sachen Apple Stores quer. Das Finanzministerium erklärte kürzlich, dass Apple Stores nur dann eröffnen dürften, wenn sie zu 30 Prozent Produkte aus indischer Herstellung anböten. Die Handelsministerin Sitharaman erklärte bei der Pressekonferenz, dass ihr Ministerium hier für eine Ausnahmeregelung gewesen sei; man werde mit den Kollegen vom Finanzministerium weiter über die Angelegenheit sprechen.

iPhone SE im Test.

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