Der Software-Entwickler und Apple-Mitarbeiter Greg Christie, der seinerzeit Teil des Teams für die Entwicklung des ersten iPhones war, äußert sich in einem Interview zu dessen Entstehungsgeschichte. Er beschreibt, wie Apple das Projekt möglichst geheim halten wollte und welche Auswirkung eine Zwei-Wochen-Deadline hatte.

 

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Kurz vor einem weiteren Patentrecht-Gerichtsverfahren gegen Samsung hat Apple dem Mitarbeiter Greg Christie die Erlaubnis gegeben, über seine Arbeit am ersten iPhone zu berichten (via Mac Rumors, 9 to 5 Mac - wohl auch, um klarzustellen, wie viel Arbeit Apple in die Entwicklung des Gerätes steckte, das Google später - so zumindest Apples Interpretation - mit Android kopierte.

Der damalige Apple-Manager Scott Forstall hatte Christie ursprünglich angesprochen und ihn gefragt, ob er an dem geheimen „Purple“-Projekt teilnehmen wolle. Forstall verriet ihm zunächst lediglich nur, dass es sich um ein „Telefon mit integriertem Musik-Player und Touchscreen“ handle.

Christie, der heute noch Apples Benutzeroberflächen-Team leitet, sollte mit seinem Team - das „überraschend klein“ gewesen sei - ein Konzept für ein Smartphone-Betriebssystem entwickeln. Viele Ideen seien erst entstanden, als Steve Jobs fast die Geduld verloren hatte - und Christie und seinem Team zwei Wochen gab, um etwas Besseres zu entwickeln. Andernfalls hätte er das Projekt einem anderen Team zugeteilt.

Christies Team entwickelte dann Konzepte, die in heutigen Smartphone-Betriebssystemen Standard geworden sind - das Darstellen von SMS als „Gespräch“, wie man es von Instant-Messaging-Anwendungen kannte, den „Entriegeln“-Mechanismus auf dem Startbildschirm oder die Idee, wie die Benutzeroberfläche anschaulicher darstellen könnte, dass man beim Scrollen das Ende erreicht habe.

Christie und sein Team stellten Steve Jobs, Apples Chefdesigner Jonathan Ive und dem Verwaltungsratsmitglied Bill Campell im Jahr 2005 schließlich ein Konzept vor. Campbell soll seinerzeit gesagt haben, dass das Projekt „besser als der erste Mac“ werden würde. Darauf folgte ein „zweieinhalbjähriger Marathon“, in dem Apple das iPhone fertigstellte.

In der gesamten Zeit soll eine extreme Geheimhaltungspraxis geherrscht haben: Wenn Christie Jobs traf, um über das Projekt zu sprechen, gingen sie zusammen in einen abgelegenen, fensterlosen Raum auf dem Apple-Campus, den nicht einmal das Reinigungspersonal betreten durfte. Bilder des iPhones durften die Eingeweihten untereinander nur in verschlüsselter Form austauschen. Tatsächlich wusste seinerzeit niemand vorab, wie das iPhone letztendlich aussehen würde.